Ampera GM baut Elektroauto vorerst nicht in Europa

Enttäuschung für die Opel-Mitarbeiter: Einem Zeitungsbericht zufolge will der Rüsselsheimer Autobauer den Hoffnungsträger Ampera nun doch nicht in Europa produzieren. Betriebsratschef Klaus Franz warf dem Vorstand unseriösen Poker um Staatshilfen vor.

Opel Ampera: Produktion vorerst nur in den USA
Tom Grünweg

Opel Ampera: Produktion vorerst nur in den USA


Hamburg - Opel will sein Elektroauto Ampera einem Bericht zufolge zunächst nicht in Europa bauen. Beim US-Mutterkonzern General Motors (GM) stehe intern bereits fest, den strombetriebenen Wagen zusammen mit dem baugleichen Zwillingsmodell Chevrolet Volt in den USA zu fertigen, berichtete die "Financial Times Deutschland" vom Montag.

In den vergangenen Monaten waren auch das Werk in Bochum und im britischen Ellesmere Port im Gespräch gewesen. Ein GM-Sprecher bestätigte der Zeitung die Fertigung des Elektroautos in den USA. Der Ampera werde "parallel zum Chevrolet Volt in unserem Werk in Hamtramck in Detroit gebaut". Für das Chevy-Modell sei die Produktion bereits angelaufen, der Ampera folge dann 2011.

Ein Opel-Sprecher sagte der "FTD", ein zweiter Produktionsstandort hänge "natürlich von den Stückzahlen ab". Opel-Betriebsratschef Klaus Franz rechnet damit, dass zunächst voraussichtlich 30.000 bis 40.000 Amperas pro Jahr gebaut werden. Franz kritisierte, Opel-Chef Nick Reilly benutze die Aussicht auf die Ampera-Produktion in Europa als Köder für Staatshilfen. "Reilly hält mit dem Ampera den unterschiedlichen Regierungen die Karotte hin", sagte Franz der "FTD". Dies sei unseriös.

Reilly wirbt derzeit beim Bund und den Regierungen anderer europäischer Länder mit Opel-Werken um staatliche Sanierungshilfen von rund 1,8 Milliarden Euro.

mik/AFP



insgesamt 305 Beiträge
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cartman0815 09.02.2010
1.
Klare Antwort, NEIN. Sollen sie doch den Laden dicht machen.
BeckerC1972, 09.02.2010
2.
Zitat von cartman0815Klare Antwort, NEIN. Sollen sie doch den Laden dicht machen.
Sehe ich genauso. Schade für die Opelaner, aber es gibt ja dann halt eine höhere Nachfrage bei anderen Anbietern und damit dann halt dort Jobs.
festuca 09.02.2010
3. Gebt die Kohle den Rüsselsheimern Opelanern !
Macht bei 1,5 Milliarden und 3200 wegfallenden Jobs fast eine halbe Million pro Nase, sollte für einen geruhsamen Lebensabend oder eine Existenzgründung reichen. GM würde das Geld ohnehin verbrennen oder davon ein neues Werk in China bauen.
sosonaja 09.02.2010
4.
Macht doch endlich dieses Faß ohne Boden zu. Mit dem Geld kann man viele wettbewerbsfähigere Unternehmen unterstützen.
Melwach 09.02.2010
5.
Lokal ist der Verlust so vieler Arbeitsplätze eine kleinere Katastrophe, aber man muss sich schon fragen wie lange, wie oft und mit welchen Beträgen denn ein Staat die Misswirtschaft von Unternehmen ausgleichen darf und sollte. Moralisch ist es eh schon kaum zu rechtfertigen, dass gewisse Branchen Millardensummen bekommen und sich um den Rest wenig bis gar nicht gekümmert wird. Gleiches Recht für alle, und irgendwann sollten die lebenserhaltenden Maßnahmen auch mal eingestellt und der Patient zu Grabe getragen werden.
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