Anbang China übernimmt Kontrolle bei Versicherungskonzern

Jahrelang wuchs der chinesische Versicherungskonzern Anbang rasant mit Übernahmen im Ausland. Jetzt übernimmt der Staat vorerst die Kontrolle - um Kunden vor "rechtswidrigen Praktiken" zu schützen.
Anbang-Zentrale in Peking (Archivbild)

Anbang-Zentrale in Peking (Archivbild)

Foto: Jason Lee/ REUTERS

Chinas Behörden greifen beim angeschlagenen Versicherungsriesen Anbang durch: Wie die staatliche Versicherungsaufsicht CIRC am Freitag mitteilte, werde die Behörde für ein Jahr die Kontrolle bei Anbang übernehmen. Zudem werde gegen den im vergangenen Sommer abgetretenen Firmenchef Wu Xiaohui wegen Verdachts auf Wirtschaftskriminalität ermittelt.

Anbang, das in den vergangenen Jahren rasant gewachsen war, steht schon länger wegen seiner undurchsichtigen Firmenstruktur und steigender Schulden in der Kritik.

Bei der Maßnahme handelt es sich den offiziellen Angaben zufolge nicht um eine Verstaatlichung. Die Übernahme der Geschäftsführung solle aber sicherstellen, dass Kunden vor "rechtswidrigen Praktiken" geschützt werden. Anbang habe möglicherweise gegen Regeln verstoßen, die die Zahlungsfähigkeit des Konzerns und Rückzahlung von Schulden gefährden könnten.

Seit 2014 hat der Konzern im Ausland über 15 Milliarden Dollar für Übernahmen ausgegeben, darunter auch 1,9 Milliarden Dollar für das legendäre Waldorf Astoria Hotel in New York. Ebenso wie der chinesische Mischkonzern HNA soll Anbang zeitweise auch den Erwerb eines Mehrheitsanteils am deutschen Versicherungskonzern Allianz   erwogen haben.

dab/dpa
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