Klimaziele Scheuer will von Bahn schnelleren Komplettumstieg auf Ökostrom

Die Bahn soll zwölf Jahre früher als geplant zu 100 Prozent auf Ökostrom umstellen, fordert Verkehrsminister Andreas Scheuer. So will die Bundesregierung die Chancen auf das Erreichen der Klimaziele erhöhen.

Bahngleise in Frankfurt am Main
Kai Pfaffenbach / REUTERS

Bahngleise in Frankfurt am Main


Um die Vorgaben beim Klimaschutz zu erreichen, will Verkehrsminister Andreas Scheuer auch die Deutsche Bahn deutlich stärker einspannen. Er habe die Spitze des bundeseigenen Konzerns aufgefordert, "zügig ein Konzept vorzulegen, wie wir zwölf Jahre früher als bisher geplant auf 100 Prozent Ökostrom umstellen - nämlich ab 2038 statt 2050", sagte Scheuer den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Er wolle, dass die Bahn einen "noch größeren Beitrag" zum Erreichen der CO2-Reduzierung leiste.

Die Bundesregierung berät derzeit über Maßnahmen für mehr Klimaschutz. Vor allem der Verkehrsbereich muss den Ausstoß von Kohlendioxid verringern, um Klimaziele 2030 einhalten zu können. Die Regierung will im September eine "Grundsatzentscheidung" über die nötigen Gesetze und Maßnahmen treffen und diese bis Jahresende im Kabinett verabschieden.

Über seine Forderung hatte Scheuer laut dem Bericht am Montag mit Bahn-Chef Richard Lutz und Infrastrukturvorstand Ronald Pofalla gesprochen. Ein Bahn-Sprecher sagte, der Vorstand werde dem Aufsichtsrat in zwei Wochen eine neue Strategie für die Deutsche Bahn vorstellen. "Die Bahn wird in jedem Fall ihre ökologische Vorreiterrolle weiterhin konsequent ausbauen und verteidigen. Denn die Schiene zu stärken, bedeutet aktiven Klimaschutz." Schon Ende dieses Jahres werde die Bahn 60 Prozent ihres Stroms mit erneuerbaren Energien abdecken.

Bahn meldet Fortschritte bei Verspätungen

Ein weiteres wichtiges Thema für die Bahn sind Verspätungen. Im vergangenen Jahr lag die Pünktlichkeit im Fernverkehr nur bei knapp 75 Prozent - das Ziel waren 82 Prozent gewesen. Für das laufende Jahr wird eine Quote von 76,5 Prozent angepeilt.

Von Januar bis Mai habe die Pünktlichkeitsquote bei durchschnittlich 78,6 Prozent gelegen, teilte die Bahn mit. Im Mai seien 79,8 Prozent der Fernzüge pünktlich gewesen. Damit kam zwar immer noch gut jeder fünfte ICE, Intercity oder Eurocity zu spät. Es ist jedoch der beste Mai-Wert seit sieben Jahren. Verglichen mit April stieg die Pünktlichkeit um 1,1 Prozentpunkte.

Als pünktlich wertet der Konzern alle Züge, die weniger als sechs Minuten nach Fahrplan eintreffen. Nach Darstellung der Bahn sind die Züge pünktlicher, weil die vielen Baustellen besser koordiniert werden. Außerdem stünden mehr Züge zur Verfügung. Seit April seien täglich 225 ICEs unterwegs, so viele wie nie.

mmq/dpa



insgesamt 9 Beiträge
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matze1958 04.06.2019
1. Statt die Deutschen Bundesbahn
stärker in die Pflicht zu nehmen, sollte Herr Scheuer die deutsche Automobilindustrie an ihre Verpflichtungen erinnern. Diese versaut mit ihren Egopanzern sowohl bei Produktion, als auch auch im Straßenverkehr die CO2 Bilanz Deutschlands gründlichst.
pr8kerl 04.06.2019
2. Immer wieder der unfähige Herr Scheuer
Er schützt die Automobilindustrie. Er verhindert Diesel-Nachrüstungen. Er drängt die Bahn beim Stromnetz, aber überall, auch in Norwegen, fahren DB Schenker Diesel-Lkw herum. Scheuer zahlt lieber Milliardenstrafen an die EU als endlich moderne Verkehrspolitik zu betreiben. CSU = Stillstand beim Thema Klimaschutz und beim Thema moderne Mobilität. Man sehnt sich nach Neuwahlen und nach einem grünen Bundeskanzler. Bitte endlich, wir wollen keinen überhitzten Planeten.
eckawol 04.06.2019
3. Parole, parole, parole...
Zum Wochenbeginn wieder ein Statement für die Presse. Beeindruckt über die Aufforderung an die Bahn, auf Ökostrom umzustellen , kann nur derjenige sein, der nicht weiß, dass die Bahn den Strom überwiegend aus dem öffentlichen Netz bezieht. Das Statement von Scheuer mutet an , wie die Feststellung der Bahn zur Pünktlichkeitsentwicklung. Scheuer lernt mit Verspätung , aber äußert sich verfrüht.
moeh1 04.06.2019
4. Bahn
Wichtiger wäre mehr Güterverkehr auf die Schiene zu bringen. Dazu fehlen aber Bahntrassen, wird eine neue Trasse geplant wie z.B. zum Brenner Basistunnel oder zum Gotthard dann wir diese von Bürgerinitiativen verhindert. Die Deutschen sind nur für Umweltschutz solange es sie nicht betrifft. Allem voran die Grünen und der Bund Naturschutz.
GoaSkin 04.06.2019
5.
Zitat von moeh1Wichtiger wäre mehr Güterverkehr auf die Schiene zu bringen. Dazu fehlen aber Bahntrassen, wird eine neue Trasse geplant wie z.B. zum Brenner Basistunnel oder zum Gotthard dann wir diese von Bürgerinitiativen verhindert. Die Deutschen sind nur für Umweltschutz solange es sie nicht betrifft. Allem voran die Grünen und der Bund Naturschutz.
Es liegt natürlich an den Deutschen und vor allem an den Grünen, dass Bahntrassen in Österreich, Italien und der Schweiz angeblich verhindert werden, obwohl die Projekte fertiggestellt wurden bzw. gerade im Bau sind? Hauptsache mal oberflächlich gegen die Einstellung der Leute und vor allem der Grünen sein, nicht wahr?
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