Angebliche Kundentäuschung Goldman Sachs wirft US-Senat Rechenfehler vor

Hypotheken-Geschäfte, die bewusst zu Lasten der Kunden gingen: Das wirft ein Untersuchungsausschuss des US-Senats Goldman Sachs vor. Nun kündigt die Bank Beweise dafür an, dass die Abgeordneten "schlampig gerechnet" hätten.

Goldman-Sachs-Zentrale: Rolle "maßlos überschätzt"?
REUTERS

Goldman-Sachs-Zentrale: Rolle "maßlos überschätzt"?


New York - Es war eine wenig schmeichelhafte Lektüre für die Banker von Goldman Sachs: Noch während des Zusammenbruchs des US-Immobilienmarktes habe die Großbank ihren Kunden riskante Papiere empfohlen, hieß es in einem Bericht, den ein Untersuchungsausschuss des US-Senats im April vorlegte: "Als Goldman Sachs erkannte, dass der Hypothekenmarkt am Kippen war, haben sie Anstrengungen unternommen, um von dem Einbruch auf Kosten ihrer Klienten zu profitieren." Aufgrund des Berichts hat mittlerweile die Staatsanwaltschaft von Manhattan Ermittlungen aufgenommen.

Nun will Goldman die Vorwürfe kontern. Die Großbank werde auf ihrer Internetseite demnächst verschiedene Schriftstücke veröffentlichen, die zeigten, dass die Schätzungen des Senatsausschusses "schlampig gerechnet" und die gesamte Analyse unvollständig sei, berichtet das "Wall Street Journal" unter Berufung auf Insider. Die Bank werfe dem Untersuchungsausschuss vor, ihre Haltung zu gefährlichen Hypothekenanleihen im Jahr 2007 "maßlos überschätzt" zu haben.

Goldman steht derzeit wegen einer Reihe von Finanzgeschäften in der Kritik. So soll die Bank mit riskanten Investments eine Milliardensumme des libyschen Staatsfonds LIA nahezu komplett verspielt haben. Im Gegenzug bot Goldman den Libyern angeblich einen Einstieg als Anteilseigner an.

In dem Bericht des US-Senatsausschusses war auch die Deutsche Bank scharf kritisiert worden. Sie soll ihren Anlegern ebenfalls hochriskante Hypothekenpapiere verkauft haben, als der Markt bereits zu bröckeln begonnen hatte.

mah/AFP



insgesamt 1 Beitrag
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
CHANGE-WECHSEL 07.06.2011
1. irgendwann kommt immer ein Ende
Zitat von sysopHypotheken-Geschäfte, die bewusst zu Lasten der Kunden gingen: Das wirft ein Untersuchungsausschuss des US-Senats Goldman Sachs vor. Nun kündigt*die Bank Beweise dafür an, dass die Abgeordneten "schlampig gerechnet" hätten. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,766936,00.html
Es wird irgendwann ein Ende kommen, da wird den Süchtigen ihr Kapitalismus um die Ohren fliegen. Denn irgendwann kommt immer ein Ende. Jedes Imperium, zig mal größer als Amerika, war irgendwann zu Ende - und das ist gut so.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.