Angebot aus Abu Dhabi Ex-BP-Boss Hayward soll neues Ölimperium gründen

Während der Ölpest im Golf von Mexiko wurde Tony Hayward vom Supermanager zur Hassperson. Jetzt hat der Ex-BP-Chef offenbar etliche neue Jobangebote: Die jüngste Offerte kommt laut "Sunday Times" aus Abu Dhabi.

Ex-BP-Chef Hayward: Umstrittene Sicherheitspolitik
REUTERS

Ex-BP-Chef Hayward: Umstrittene Sicherheitspolitik


London - In der Öffentlichkeit hat Tony Haywards Image seit der Ölpest im Golf von Mexiko schwer gelitten - in der Business-Welt dagegen nicht: Dort traut man dem früheren BP-Chef offenbar sogar zu, einen neuen Energiegiganten aufzubauen.

Hayward habe eine entsprechende Anfrage von Verantwortlichen des Staatsfonds aus Abu Dhabi erhalten, berichtet die "Sunday Times". Der Fonds wolle mehrere Milliarden Dollar bereitstellen, um einen weltweit agierenden Öl- und Gaskonzern zu schmieden.

Die Verhandlungen seien in einem frühen Stadium, zitiert die Zeitung einen Insider. Das Angebot sei zudem nur eine von mehreren Job-Offerten, die Hayward derzeit prüfe. Tatsächlich soll auch der Rohstoffkonzern Glencore mit dem Manager über einen Job als Aufsichtsrat verhandeln. Hayward selbst äußert sich nicht zu seinen künftigen Karriereplänen.

Eine Anfrage aus Abu Dhabi hätte Gewicht: Der Staatsfonds des Emirats ist einer der größten Kapitalgeber der Welt. Er wird auf bis zu 800 Milliarden Dollar geschätzt, umgerechnet rund 589 Milliarden Euro. Seine Haupteinnahmequelle sind Überschüsse aus Ölexporten, die unter anderem in Großbritannien, Ägypten und den USA investiert werden. Der Fonds hat weltweit spektakuläre Investitionen getätigt. Unter anderem hält er Anteile an Ferrari und mehreren internationalen Häfen.

Hayward werden gute Verbindungen zu Abu Dhabis Kronprinz Mohammed Bin Sajid nachgesagt. Während der Ölkrise war der Manager nach Abu Dhabi geflogen. Berichten zufolge wollte er Vertreter des Staatsfonds überreden, einen Teil der BP-Aktien zu übernehmen. Der Konzern selbst sprach von einem privaten Besuch.

Hohes Ansehen trotz mangelhafter Sicherheitspolitik

Der Manager war nach dem Ausbruch der Ölkrise im Golf von Mexiko massiv für sein Krisenmanagement und seine Sicherheitspolitik kritisiert worden. Man nannte ihn den Katastrophenchef, den Ölpest-Tony, das Gesicht der schwarzen Pest. Im Mai 2007, zu seinem Amtsantritt als BP-Chef, hatte Hayward versprochen, Sicherheitsmängel im Konzern "mit der Genauigkeit eines Lasers" zu scannen. Es blieb ein reines Lippenbekenntnis. Die Bohrinsel "Deepwater Horizon" explodierte, monatelang strömte Öl ins Meer. Dann wurde unter anderem berichtet, dass der Konzern in jedem dritten Tiefseebohrloch Technologien einsetze, die US-Behörden als riskant einstufen.

Hayward sorgte zudem mit bizarren öffentlichen Auftritten für negative Schlagzeilen. Unter anderem schockierte der Manager mit taktlosen Äußerungen über Leben und Tod. Elf Menschen kamen bei der Explosion der "Deepwater Horizon" vermutlich ums Leben, zahllose Vögel, Fische, Pelikane, Meeresschildkröten und Delfine starben im Ölteppich. Hayward hielt das nicht davon ab zu sagen: Es gebe niemanden, der sich stärker wünsche, dass die Ölkatastrophe ein Ende finde. "Ich möchte mein Leben zurück." Später entschuldigte er sich.

Die Ölpest kam BP obendrein teuer zu stehen: Rund 4,9 Milliarden Dollar hat der Energieriese im vergangenen Jahr verloren. Die Gesamtkosten für das Desaster schätzt der Konzern auf 41 Milliarden Dollar.

In der Geschäftswelt haben solche Entgleisungen Hayward offenbar nicht geschadet. Der Manager, der vor der Ölkatastrophe auch bei BP lange als Hoffnungsträger galt, genieße außerhalb Amerikas nach wie vor hohes Ansehen, schreibt die "Sunday Times".

Die Verbalausfälle des Tony H.

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ssu/dpa-AFX



insgesamt 7 Beiträge
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Realo, 06.02.2011
1. Supermanager ?
Tony Haywards war NIE ein oder der BP Supermanager ! Das war der homosexuelle und extrem arrogante Edmund John Philip Browne, Baron Browne of Madingley. Geboren in Deutschland/Hamburg. Also Lord Browne, in Fachkreisen auch "Lord Helmchen" genannt. Trotz aller menschlicher Kritik, seine Leistungen für die BP Group sind unbestritten. Für das Platzen des Jointventures BP/Mobil und dem folgenden Zusammenschluss von Exxon/Mobil zum absoluten Giga-Mineralöl-Konzern konnte er nichts. Tony Haywards war und ist gegen "Lord Helmchen" eine Lachnummer. Sorry......ist einfach so. Ich kenne beide, keine besonders angenehmen "oberste Kriegsherren". Deswegen bin ich jetzt selbstständig. ;-)
superdoc, 06.02.2011
2. Too true
Zitat von RealoTony Haywards war NIE ein oder der BP Supermanager ! Das war der homosexuelle und extrem arrogante Edmund John Philip Browne, Baron Browne of Madingley. Geboren in Deutschland/Hamburg. Also Lord Browne, in Fachkreisen auch "Lord Helmchen" genannt. Trotz aller menschlicher Kritik, seine Leistungen für die BP Group sind unbestritten. Für das Platzen des Jointventures BP/Mobil und dem folgenden Zusammenschluss von Exxon/Mobil zum absoluten Giga-Mineralöl-Konzern konnte er nichts. Tony Haywards war und ist gegen "Lord Helmchen" eine Lachnummer. Sorry......ist einfach so. Ich kenne beide, keine besonders angenehmen "oberste Kriegsherren". Deswegen bin ich jetzt selbstständig. ;-)
Vielen Dank für diesen Post, Realo. Zwar hatte ich nie das "Vergnügen", einen der beiden Herren kennen zu lernen, aber als jemand, der als Deutsch-Brite mnehr als die Hälfte seines Lebens in UK verbracht hat, war Haywards für mich auf den ersten Blick als der Typ Manager zu erkennen, der so wohl nur bei uns auf den Kritischen Inseln gedeiht. Schlichten Gemüts, stets die richtigen Töne machend und dank seines Old-Boy-Networks irgendwann halt dort, wo er besser nie angekommen wäre. In Deutschland gibt es, zugegeben, auf arge Flaschen in der ersten Reihe, man denke nur an die Arcandor-Pleite, aber in D-Land ist jedenfalls bis jetzt Flachsinn noch nicht zum Management-Prinzip erhoben worden. Was macht eigentlich Mark Thatcher gerade?
Hovac 06.02.2011
3. Was
interessiert auch die Sicherheit oder Umwelt, so ein Lapsus kann man natürlich verzeihen wenn der Rubel rollt.
wild_at_heart 07.02.2011
4. Ähm?
Zitat von RealoTony Haywards war NIE ein oder der BP Supermanager ! Das war der homosexuelle und extrem arrogante Edmund John Philip Browne, Baron Browne of Madingley. Geboren in Deutschland/Hamburg. Also Lord Browne, in Fachkreisen auch "Lord Helmchen" genannt. Trotz aller menschlicher Kritik, seine Leistungen für die BP Group sind unbestritten. Für das Platzen des Jointventures BP/Mobil und dem folgenden Zusammenschluss von Exxon/Mobil zum absoluten Giga-Mineralöl-Konzern konnte er nichts. Tony Haywards war und ist gegen "Lord Helmchen" eine Lachnummer. Sorry......ist einfach so. Ich kenne beide, keine besonders angenehmen "oberste Kriegsherren". Deswegen bin ich jetzt selbstständig. ;-)
[QUOTE=Realo;7106183]Tony Haywards war NIE ein oder der BP Supermanager ! Das war der homosexuelle und extrem arrogante Edmund John Philip Browne, Baron Browne of Madingley. Geboren in Deutschland/Hamburg. Also Lord Browne, in Fachkreisen auch "Lord Helmchen" genannt. .... Der Hinweis, dass er homosexuell ist, ist an dieser Stelle ja WAHNSINNIG wichtig und weiterführend. Besser, dass sie selbständig sind - als Vorurteilsfanatiker wahrscheinlich...
MPeter 07.02.2011
5. Ganz Toll
Da ist also jemand der die vielleicht schlimmste Ölpest Mit zu Verantworten hat, und anstatt denjenigen zu Teeren und zu Federn und mit einem Gewicht im Golf von M. zu versenken bekommt er tolle Jobangebote von überall her. Ich sage nur, Scheiß Kapitalismus!
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