Libor-Skandal UBS-Broker Hayes plädiert auf nicht schuldig

Im Skandal um mutmaßliche Manipulationen des Libor-Kurses haben zentrale Verdächtige die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft abgestritten. Ex-Broker Tom Hayes plädierte auf "nicht schuldig" - ebenso wie zwei Mitangeklagte. 

Hayes vor dem Gerichtsgebäude: Verteidiger kurzfristig ausgewechselt
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Hayes vor dem Gerichtsgebäude: Verteidiger kurzfristig ausgewechselt


London - Tom Hayes gilt als zentrale Figur im weltweiten Libor-Skandal. Der ehemalige Händler von Citigroup und UBS hat nach Ansicht der Aufsichtsbehörden zusammen mit anderen Händler in Tausenden von Fällen Kollegen gebeten, falsche Libor-Kurse zu nennen. Doch bei einer gerichtlichen Anhörung am Dienstag wies Hayes die Vorwürfe zurück und bekannt sich "nicht schuldig".

Hayes erschien zur Anhörung neben den Ex-Brokern der Firma RP Martin, Terry Farr und James Gilmour, die ebenfalls wegen Zinsmanipulationen angeklagt sind. Auch sie wiesen die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft zurück.

Die drei Briten sind die ersten Verdächtigen, die sich in dem Skandal vor Gericht verantworten müssen. Hayes hatte seine Verteidiger in letzter Minute ausgewechselt und ist auch in den USA angeklagt. Er soll bei seinen mutmaßlichen Manipulationen mit 22 Personen zusammengearbeitet haben.

Der Libor ist einer der wichtigsten Referenzzinssätze für Hypotheken und andere Kredite. Von ihm hängen weltweit Finanzgeschäfte im Volumen von Hunderten Billionen Dollar ab. Der Zinssatz wird einmal täglich ermittelt und beruht auf Angaben der Banken zu ihren Refinanzierungskosten.

vks/Reuters

insgesamt 2 Beiträge
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bumminrum 17.12.2013
1. System lädt zu Manipulation
förmlich ein. Es ist völlig unverständlich, dass die Festlegung solcher wichtiger Eckdaten keine staatliche Aufgabe ist. Hier wurde der Bock zum Gärtner gemacht. Sonst werden die Bundesbürger doch auch durch unnütze Landesgesetze tyrannisiert... nur wo es wirklich nötig wäre....nichts.
vandenplas 18.12.2013
2. rigged game
Jetzt, da wir lernen, dass der Libor manipuliert wird und Devisenkurse betrügerisch abgesprochen werden wird es mich nicht überraschen wenn herauskäme, dass die Banken auch das Fixing von Gold und anderen Precious Metals manipulieren. Ja, auch der Goldpreis wird im stillen Kämmerchen von einer illustren Gruppe ehrenwerter Bankstern festgesetzt. Also denselben Banken, die seit dem Ausbruch der Finanzkrise ihr wertloses Fiat-Geld wachsender Konkurrenz durch Edelmetalle ausgesetzt sehen. Der steile Anstieg des manipulationsresistenten Bitcoins sollte für alle ein Indiz sein, dass mit der Entwicklung des Goldpreises etwas nicht stimmen kann.
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