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16. Mai 2018, 12:33 Uhr

Angela Merkel zum Dieselskandal

"Autoindustrie nicht durch politische Maßnahmen schwächen"

Seit Bekanntwerden des Dieselskandals fordern Kritiker harte Konsequenzen für die Autobauer. Bundeskanzlerin Merkel macht nun deutlich: Die Bundesregierung lässt Rücksicht walten.

Konsequenzen aus dem Dieselskandal dürfen die deutschen Autobauer aus Sicht von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) nicht zu stark einschränken. Es könne "nicht unser Interesse sein, dass wir durch politische Maßnahmen die Automobilindustrie so schwächen, dass sie keine Kraft mehr hat, in die eigentlichen Zukunftsinvestitionen etwas hineinzustecken", sagte sie im Bundestag.

Merkel bekräftigte ihre Skepsis bei Umbauten an Motoren älterer Diesel für weniger Schadstoffausstoß, die auch der Koalitionspartner SPD fordert. Dies bedeute Kosten von Tausenden Euro je Fahrzeug und zwei bis drei Jahre Arbeit für alle Ingenieure. "Ist das die richtige Beschäftigung für die Automobilindustrie?" Vielmehr gelte es, alle Kräfte zusammenzunehmen und der Branche zu sagen: "Ihr müsst jetzt in die Mobilität der Zukunft investieren - in autonomes Fahren, in alternative Antriebe - und da unterstützen wir Euch dabei."

Merkel: "Verlorenes Vertrauen wieder gut machen"

Zugleich kritisierte Merkel die Autobauer scharf: Sie nannte es "unfassbar", welches Vertrauen die Automobilindustrie im Dieselskandal verspielt habe. "Es ist unsere Aufgabe, der Industrie zu sagen: Ihr müsst verloren gegangenes Vertrauen selber wieder gut machen", sagte sie im Bundestag.

Merkel kündigte an, dass inzwischen vorliegende Gutachten im Auftrag der Bundesregierung nun bewertet würden. Dann sollten auch besonders von Luftverschmutzung betroffene Kommunen wieder eingeladen werden und auch das "Dieselforum" von Bund und Autobranche erneut tagen.

ans/dpa/Reuters

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