Angst vor Atomkatastrophe Panik an den weltweiten Aktienmärkten

Es war ein schwarzer Tag für Anleger: Aktienmärkte weltweit sind angesichts der Schreckensmeldungen aus Japan eingebrochen. Der Dax konnte seine Verluste im Laufe des Tages zumindest wieder leicht wettmachen.

Börsenhändler in Frankfurt: Flucht in sichere Werte
dapd

Börsenhändler in Frankfurt: Flucht in sichere Werte


Frankfurt - An den Börsen weltweit herrscht Angst vor einer nuklearen Katastrophe in Japan. In Tokio stürzte der Kurs nach Panikverkäufen. Die japanische Börse erlebte ihren höchsten Kursverlust seit dem Höhepunkt der Finanzkrise vor zweieinhalb Jahren. Der Leitindex Nikkei Chart zeigen fiel zeitweise um mehr als 14 Prozent. Kein einziger der 225 Nikkei-Werte schloss im Plus. Seit dem Erdbeben wurden bislang mehr als 530 Milliarden Euro an Werten an der Tokioter Börse vernichtet.

In Deutschland verlor der Dax Chart zeigen zeitweise mehr als fünf Prozent und fiel damit auf den tiefsten Stand seit Oktober 2010. Am Nachmittag konnte der deutsche Leitindex seine Verluste aber etwas eindämmen. Zum Handelsschluss verlor der Dax 3,19 Prozent auf 6647,66 Punkte.

Die Furcht vor einer Atomkatastrophe in Japan hat auch die US-Börsen auf Talfahrt geschickt. Die Anleger befürchteten, dass die Krise der Weltkonjunktur einen schweren Schlag versetzen könnte. Zudem verwiesen Börsianer auf die Krise in der arabischen Welt. Der Dow Jones Chart zeigen-Index der Standardwerte fiel bis zum frühen Nachmittag in New York um 1,5 Prozent auf 11.819 Punkte.

Anleger traten die Flucht in US-Staatsanleihen an, auch die als sicher geltenden deutschen Staatsanleihen waren begehrt. Zu den Verlieren an der Wall Street zählten sowohl Unternehmen, die direkt von der Katastrophe in Japan betroffen sind, als auch stärker konjunkturabhängige Werte. Apple-Papiere gaben nach, nachdem der Technologiekonzern den Start seines neuen Tablet-Computers iPad2 in Japan verschoben hatte.

Japanische Notenbank öffnet die Schleusen

Die US-Notenbank Fed will den Anlegern Vertrauen einflößen. Die Zentralbank beschloss, die seit November laufenden milliardenschweren Staatsanleihenkäufe trotz des Wirtschaftsaufschwungs fortzusetzen. Zugleich beließ die Fed den Leitzins in einer Spanne von null bis 0,25 Prozent. Die Notenbanker signalisierten den Märkten zudem, dass sie den Leitzins noch geraume Zeit außergewöhnlich niedrig halten werden.

Die japanische Notenbank hat ihre Finanzspritzen abermals aufgestockt, um die Finanzmärkte zu beruhigen. Die japanische Nachrichtenagentur Kyodo nannte als Sofortmaßnahme der Notenbank eine Zahl von rund 70 Milliarden Euro. Am Montag hatte die Summe bei rund 130 Milliarden Euro gelegen. Damit hatten die Währungshüter so viel kurzfristige Mittel wie noch nie an einem Tag zur Verfügung gestellt, um das Finanzsystem zu stabilisieren.

Ölpreis sinkt

Angesichts der Sorge vor einem Einbruch der Nachfrage nach Rohöl in Japan fiel der Ölpreis am Dienstag kräftig. Am Nachmittag sank der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent um 3,19 US-Dollar auf 110,48 Dollar. Zeitgleich verbilligte sich US-Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) um 2,23 Dollar auf 98,96 Dollar je Fass.

Neben der Katastrophe in Japan schauen die Anleger aber auch auf die Entwicklung in Nordafrika und Arabien. Wegen der Kämpfe zwischen Regimegegnern und Regierungstruppen in Libyen exportiert das Land zunächst kein Öl mehr. Analysten waren jedoch schon zuvor davon ausgegangen, dass in Libyen derzeit kaum noch Öl produziert wird. Die Kämpfe dort hatten den Ölpreis in der vergangenen Woche ansteigen lassen, bevor der Preis nach dem schweren Erdbeben in Japan wieder zurückging.

mmq/dpa-AFX/Reuters



insgesamt 4 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Fritz Katzfuß 15.03.2011
1. Klar-
Japan ist nicht irgendwer. Aber: was soll die Panik. Für Japan gilt, what goes down, must come up.
Friedrich Hattendorf 15.03.2011
2. Werte vernichtet
Zitat von sysopEs war ein schwarzer Tag für Anleger: Aktienmärkte weltweit sind angesichts der Schreckensmeldungen aus Japan eingebrochen. Der Dax konnte seine Verluste im Laufe des Tages zumindest wieder leicht wettmachen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,751175,00.html
Wer erklärt den Wirtschaftsredakteuren endlich mal, dass an der Börse keine Werte sondern nur heisse Luft vernichtet wird. Hier gilt zwar nicht der Satz "es hat nur jemand anders", aber Werte wurden durch die Natur- und menschengemachetn Katatrophen vernichtet, nicht durch die Geldschieber an der Börse.
gh7401 16.03.2011
3. Auf der Aktie steht ihr Wert
Zitat von Friedrich HattendorfWer erklärt den Wirtschaftsredakteuren endlich mal, dass an der Börse keine Werte sondern nur heisse Luft vernichtet wird. Hier gilt zwar nicht der Satz "es hat nur jemand anders", aber Werte wurden durch die Natur- und menschengemachetn Katatrophen vernichtet, nicht durch die Geldschieber an der Börse.
Verstehe ich nicht ganz, auf der Aktie steht doch drauf, was sie wert ist.
ugt 16.03.2011
4. Karten- und Hütchenspieler
Zitat von sysopEs war ein schwarzer Tag für Anleger: Aktienmärkte weltweit sind angesichts der Schreckensmeldungen aus Japan eingebrochen. Der Dax konnte seine Verluste im Laufe des Tages zumindest wieder leicht wettmachen. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,751175,00.html
Da bekommen die Zocker kalte Füsse und steigen aus. Dann kaufen sie Optionsscheine auf Nahrungsmittel und verteuern was die Menschen zum Überleben brauchen.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2011
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.