Smartphone-Deal mit Microsoft Nokia-Kurs legt rasant zu 

Börsianer feiern Nokias Verkauf der Handy-Sparte an Microsoft: Die Aktie des finnischen Konzerns legte zeitweise um mehr als 40 Prozent zu - und erreichte den höchsten Stand seit gut anderthalb Jahren.

Nokia-Smartphones: Aktionäre sollen Deal am 19. November absegnen
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Nokia-Smartphones: Aktionäre sollen Deal am 19. November absegnen


Helsinki - Anleger reagieren begeistert auf den Verkauf der Handy-Sparte von Nokia an Microsoft. Am Vormittag legten die Titel des finnischen Telekommunikationskonzerns zeitweise um 41,74 Prozent zu. Die Nokia-Aktie Chart zeigen notierte damit bei 4,19 Euro, das ist der höchste Stand seit mehr als anderthalb Jahren.

Microsoft Chart zeigen will sein Geschäft mit Smartphones ausbauen und kauft für insgesamt 5,4 Milliarden Euro die Handy-Sparte von Nokia. Geplant ist, den Deal nach Zustimmung der Aktionäre und Aufsichtsbehörden bis Ende März 2014 abzuschließen. Die Nokia-Aktionäre sollen den Verkauf bei einer außerordentlichen Hauptversammlung am 19. November absegnen.

Analysten wurden von dem Geschäft positiv überrascht. Sowohl die Deutsche Bank als auch Bernstein Research strichen ihre Verkaufsempfehlungen für Nokia-Aktien. Er habe eigentlich gedacht, dass es niemand wagen werde, einen Bereich der Größe von Nokias Handy-Sparte zu kaufen, der in solchen Schwierigkeiten stecke, schrieb etwa der Bernstein-Experte Pierre Ferragu. Aus Sicht des finnischen Handy-Herstellers sei die Transaktion allerdings sehr vorteilhaft, da dieser eine problematische Sparte loswerde. Übrig blieben hingegen eine Reihe interessanter Vermögenswerte wie das hochprofitable Patentportfolio und die Netzwerksparte Nokia Siemens Network.

Das Kerngeschäft habe zuletzt rund 600 Millionen Euro pro Quartal gekostet, sagte Analyst Kai Korschelt von der Deutschen Bank. Genau deshalb dürften Wettbewerbshüter seiner Meinung nach auch keine Probleme mit dem Verkauf des Handy-Geschäfts an Microsoft haben.

Über einen Verkauf der Handy-Sparte an Microsoft war bereits seit einiger Zeit spekuliert worden. Die Unternehmen waren Anfang 2011 eine enge Partnerschaft eingegangen. Nokia ist der wichtigste Hersteller von Smartphones mit dem Microsoft-Betriebssystem Windows Phone.

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Nokias Abstieg: Die wichtigsten Player im Smartphone-Markt

cte/dpa



insgesamt 28 Beiträge
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rbn 03.09.2013
1. die Anfänge der Nokia Handysparte waren schon eigenartig
Zitat von sysopREUTERSBörsianer feiern Nokias Verkauf der Handy-Sparte an Microsoft: Die Aktie des finnischen Konzerns legte zeitweise um mehr als 30 Prozent zu - und erreichte den höchsten Stand seit anderthalb Jahren. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/anleger-feiern-microsofts-nokia-deal-a-920084.html
Als die europäischen Postverwaltungen in den 80er Jahren den GSM Standard für das geplante Mobilfunknetz ausarbeiteten, war die AEG in Ulm federführend für die Entwicklung des Standards für die Handies verantwortlich. Die AEG hatte damals schon jahrelang mit SEL geforscht und hatte weltweit das meiste know-how für die Mobiltelefone. SEL wiederum hatte bereits 10 Jahre Vorsprung bei den Basisstationen. Nokia hatte damals lediglich Erfahrung mit dem analogen skandinavischen NMT Standard. Um an das know-how von AEG und SEL zu kommen, ging Nokia 1987 in das ECR900 Konsortium mit AEG und Alcatel/SEL. Dieses Konsortium entwickelte 1988 ein sogenanntes Validationssystem, in dem alle GSM Baugruppen, also Handies, Basisstationen und Vermittlungsanlagen simuliert wurden. Mit diesem Validationssystem wurden in Stuttgart weltweit die ersten Probefahrten mit dem neuen GSM Standard durchgeführt und man gewann wertvolle Erkenntnisse. Mit diesem in Stuttgart gewonnenen know-how entwickelte dann Nokia im finnischen Lappland hinter dem Rücken der Konsortialpartner eigene Handies und Basisstationen. Die Reste der Ulmer AEG Kollegen wurden dann später übernommen. Hätte AEG dieselbe Art von Managern wie Nokia gehabt, gäbe es heute nur AEG Handies. Leider haben damals die Ulmer die Entwicklung verschlafen.
Thomas C. 03.09.2013
2. Und ich habe 15.000 Euro Gewinn gemacht
zumindest im "Börsenspiel".
bernhard29 03.09.2013
3. Schade dass diese Firma nicht komplett vom Markt verschwunden ist.
Diese Drecksfirma Nokia, welche von Land zu Land zieht um Subventionen zu kassieren hat gottseidank das bekommen was sie verdient hat. Würde lieber per Rauchzeichen kommunizieren als mit einem Nokia Handy. Richtig und besser wäre es gewesen wenn diese Marke komplett vom Markt verschwunden wäre. So erlöst sie noch Geld, trotz ihrer Machenschaften.
obscuro 03.09.2013
4. So rasant...
...Aktie steigt, so rasant geht es wieder bergab. Nicht Nokia war das Problem, sondern das Betriebssystem. Wie Nokia jahrelang konsequent die Entwicklung verschlafen konnte' das bleibt für mich schleierhaft.
SchneiderG 03.09.2013
5.
Zitat von Thomas C.zumindest im "Börsenspiel".
Gut, aber nach wieviel Jahren Durststrecke / Wartezeit und so gut wie keiner Dividende? Ich hab jetzt endgültig auch 95% meiner Nokia Aktien abgestossen. Jetzt warte ich mal ab. :-) ((Sowohl die Deutsche Bank als auch Bernstein Research strichen ihre Verkaufsempfehlungen für Nokia-Aktien.)) Nicht mit mir.
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