Anti-Graffiti-Programm Nachtflug-Verbot für Drohne der Bahn

Sie sind mit einer Wärmebildkamera ausgestattet, doch die neuen Mini-Drohnen der Deutschen Bahn können vorerst nur tagsüber zur Identifizierung von Graffiti-Sprayern eingesetzt werden. Die Luftsicherheitsbehörden erteilen keine Nachtflugerlaubnis.
Graffito auf DB-Zug: Tags entdeckt, gern nachts gesprüht

Graffito auf DB-Zug: Tags entdeckt, gern nachts gesprüht

Foto: Frank May/ dpa

Berlin - Die Testflüge sind erfolgreich abgeschlossen, doch der wirkliche Einsatz gegen die der Bahn lästigen Graffiti-Sprayer muss noch auf sich warten lassen. Denn die neuen Mini-Drohnen darf die Bahn nachts nicht fliegen lassen, berichtet "Bild am Sonntag". Die Luftsicherheitsbehörden haben so den bevorstehenden bundesweiten Drohnenneinsatz teilweise gestoppt. Gerd Neubeck, Sicherheitschef der Deutschen Bahn, bestätigte in der "BamS": "Die Tests sind exzellent gelaufen, ein hervorragendes Einsatzmittel. Jedoch erteilen die Luftsicherheitsbehörden der Länder derzeit keine Fluggenehmigung für die Nachtstunden."

Die Wärmebildkameras der Drohnen sollten die vorwiegend nachtaktiven Sprayer auch in der Dunkelheit auf Zug-Abstellgleisen aufspüren und filmen. Die Bilder könnte man als Beweismittel vor Gericht verwenden. Die Drohne, die pro Stück rund 50.000 Euro kostet, kann bis zu 150 Metern Höhe fast geräuschlos fliegen und aufklären - gesteuert von einem Sicherheitsmitarbeiter oder per Autopilot.

Allein im vergangenen Jahr hat die Bahn nach eigenen Angaben rund 14.000 Graffiti erfasst, durch sie sei ein Schaden von 7,6 Millionen Euro entstanden.

cai
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