Handelsstreit Apec-Gipfel endet im Streit

Überschattet vom Handelskrieg zwischen den USA und China, konnten sich die Teilnehmer des Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsforums nicht auf eine Abschlusserklärung einigen. Etwas Gutes hatte der Gipfel aber.

Mike Pence
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Mike Pence


Der Gipfel des Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsforums (Apec) geht wegen des Handelsstreits zwischen den USA und China ohne gemeinsame Abschlusserklärung zu Ende.

Die 21 Teilnehmerstaaten konnten sich am Sonntag in Papua-Neuguineas Hauptstadt Port Moresby nicht auf eine gemeinsame Stellungnahme einigen, sagte Zhang Xiaolong, Sprecher des chinesischen Außenministeriums. Stattdessen werde Papua-Neuguinea als Ausrichter des Treffens im Auftrag aller Teilnehmer eine Erklärung veröffentlichen. Kanadas Premierminister Justin Trudeau begründete dies mit unterschiedlichen Ansichten in Handelsfragen.

Am Rand des Gipfels hatten die USA dem Gastgeber Hilfe beim Aufbau eines landesweiten Stromnetzes versprochen. Bei der Unterzeichnung der Stromnetz-Vereinbarung mit Papua-Neuguinea kündigte US-Vizepräsident Mike Pence vergleichbare Hilfe auch für andere Länder an. An dem bis 2030 laufenden Projekt beteiligen sich auch Japan, Australien und Neuseeland. Zuvor schon hatten die USA angekündigt, zusammen mit Australien in Papua-Neuguinea einen neuen Militärstützpunkt zu errichten.

Heftiges Rededuell zwischen US-Vizepräsident Pence und Chinas Staatschef Xi

Der große Inselstaat mit seinen nur etwa acht Millionen Einwohnern ist das ärmste aller 21 Mitglieder der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft. Lediglich 13 Prozent der Bevölkerung sind ans Stromnetz angeschlossen. Ziel ist es, in den nächsten Jahren 70 Prozent der Menschen mit Strom zu versorgen. Der größte Teil der Bevölkerung lebt in den Bergen oder anderen abgelegenen Regionen.

Überschattet wurde der Gipfel vom Handelsstreit zwischen den USA und China. Pence kam dabei kurz mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping zusammen, mit dem er sich am Vortag ein heftiges Rededuell geliefert hatte. Beide Seiten überzogen sich in ihrem Handelsstreit mit neuen gegenseitigen Vorwürfen. Pence drohte der Volksrepublik mit weiteren Strafzöllen in Milliardenhöhe.

Wie in anderen Teilen der Welt ist China im Pazifikraum seit einiger Zeit darum bemüht, seinen Einfluss mit kreditfinanzierten Infrastrukturprojekten zu steigern. Pence warf der Volksrepublik vor, kleinere Staaten damit in die Abhängigkeit treiben zu wollen.

So deutlich wie nie warnte Pence: "Nehmt keine Kredite an, die eure Souveränität gefährden. Schützt eure Interessen. Erhaltet euch eure Unabhängigkeit. Macht es wie Amerika: immer euer eigenes Land zuerst."

Zudem hielt er China vor, häufig "schlechte Qualität" zu liefern. Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping sagte dazu, sein Land locke niemanden in eine Falle. Er warnte vor einem "Handelskrieg" ohne Gewinner. Andere Teilnehmer klagten, dass der Konflikt zwischen den beiden Wirtschaftsmächten ihren Ländern jetzt schon schade.

Auch Papua-Neuguineas Premierminister Peter O'Neill kritisierte die USA und China: "Natürlich ist die ganze Welt besorgt. Das ist eine Situation, in der sich beide Länder zusammensetzen und eine Lösung finden müssen." O'Neill machte beide auch dafür verantwortlich, dass keine gemeinsame Abschlusserklärung zustande kam. "Das liegt daran, dass es im Raum zwei große Giganten gibt."

kha/AFP/dpa

insgesamt 33 Beiträge
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dirkcoe 18.11.2018
1. Es ist tragisch
welchen Schäden der freidrehende alte Mann inzwischen verursacht. Trump vergrault gerade noch die letzten verbleibenden Freunde und Partner der USA. Mit Israel und Südkorea - gegen den Rest der Welt? Das wird nicht reichen. In vermutlich Recht kurzer Zeit wird die Wirtschaft der USA erheblichen Schäden nehmen. Das Vertrauen in die USA ist weltweit inzwischen nahe Null.
chiefseattle 18.11.2018
2. Konfliktsuche
Eine Militärbasis in Papua--Niugini, jawoll. Dafür gibt man ein bisschen Geld, um die Infrastruktur zu verbessern. China produziert schlechte Ware, hihi. Apropos: Die Deutschen sollen mehr amerikanische Autos kaufen! America first! Gut, dass die Chinesen das nicht mitmachen.
frank57 18.11.2018
3. Aha
Strom und ein Militärstützpunkt! Typische amerikanische Masche!
w.diverso 18.11.2018
4. Kopiert jetzt
die USA das chinesische Vorgehen mit Wirtschaftshilfen? Nicht ganz. Amerika will sich dann auch immer in die Politik der jeweiligen Länder einmischen und oft auch Militärbasen einrichten. Wenn sie die USA bei diesem Gipfel nicht eingeladen hätten, laut Trump hat die USA ohnehin an multilateralen Abkommen kein Interesse, dann hätten sie jetzt eine Abschlusserklärung und vielleicht auch bald entsprechende Abkommen. So haben sie das was zu erwarten war. MAGA!
jj2005 18.11.2018
5. Hilfe!
Soso, da wird dem armen Land also ein Stromnetz versprochen, weil die Bewohner in den abgelegenen Regionen dieses äusserst dünn besiedelten Landes bislang ohne Elektrizität auskommen mussten. Herr Pence reist also mit einer Delegation von (vermutlich) General Electric an, und die werte Firma bekommt dann den Millionenauftrag zum Hinklotzen eines Stromnetzes mit angeschlossenem Kohlekraftwerk. Toll, USA! Aber aufgepasst: China agiert in Sachen Entwicklungshilfe deutlich intelligenter als der Westen, nicht nur in Afrika. Und dort gibt es jede Menge Hersteller günstiger Solarmodule. Sollte man im Auge behalten ;-)
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