Nervöse Börse Angst vor iPhone-Flaute lässt Apple-Aktie einbrechen

Die Konkurrenz macht Apple zu schaffen - und Anleger sorgen sich, dass die Absätze des iPhone 5 hinter den Erwartungen zurückbleiben. Die Aktie des IT-Pioniers fällt erstmals seit mehr als einem Jahr unter die Marke von 400 Dollar. In der Spitze war sie 705 Dollar wert.
Samsung Galaxy, iPhone 5: Erbitterter Konkurrenzkampf

Samsung Galaxy, iPhone 5: Erbitterter Konkurrenzkampf

Foto: SPIEGEL ONLINE

New York - Sorgen über schwache iPhone- und iPad-Verkäufe haben die Aktie   von Apple auf den tiefsten Stand seit mehr als einem Jahr fallen lassen. Das Papier notierte am Mittwochmittag New Yorker Zeit sechs Prozent im Minus. Zeitweise waren die Papiere weniger als 400 Dollar wert. Das letzte Mal war das im Dezember 2011 der Fall.

Der Absturz der Apple-Aktie - manche nennen ihn iSlump - setzt sich damit fort. In der Spitze hatte die Aktie einmal 705,07 Dollar gekostet - im Oktober zur Einführung des iPhone 5. Doch mittlerweile zweifeln Analysten und Anleger daran, dass das Handy den erwünschten Verkaufserfolg hat. Vor allem Samsung mit seiner Galaxy-Baureihe macht dem kalifornischen Elektronikkonzern massiv Konkurrenz.

Der Preisverfall am Mittwoch war durch die Zwischenbilanz des Bauteile-Zulieferers Cirrus Logic ausgelöst worden, der über unverkaufte Lagerbestände eines "Massenprodukts" klagte. Branchenkenner gingen davon aus, dass es sich um Teile für Apple handelte. Die Cirrus-Aktie selbst fiel um 16 Prozent.

Hinzu kommt eine Studie von Bernstein Research. In dieser rechnet Analyst Toni Sacconaghi mit durchwachsenen Zahlen für das zweite Geschäftsquartal und senkt die Gewinnerwartungen. Zudem geht der Experte nicht von einer Ankündigung von Barmittelausschüttungen an die Aktionäre aus.

EuroStoxx schließt auf Jahrestief

Auch sonst war die Stimmung an den Märkten mies. Die Talfahrt der Apple-Papiere und schwache Quartalszahlen lasteten auf den US-Börsen. Der Dow Jones   schloss mit einem Minus von 0,9 Prozent auf 14.618 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 büßte 1,4 Prozent auf 1551 Zähler ein. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 1,8 Prozent auf 3204 Punkte nach.

Konjunktursorgen haben zudem die europäischen Börsen am Mittwoch deutlich ins Minus gedrückt. Der EuroStoxx 50   schloss mit minus 2,14 Prozent auf einem Jahrestief bei 2553 Punkten. Der deutsche Leitindex Dax   schloss mit minus 2,34 Prozent bei 7503 Zählern. In Paris fiel der CAC 40   um 2,35 Prozent auf 3599 Punkte, der Londoner FTSE 100   gab um 0,96 Prozent auf 6244,21 Punkte nach. Der Kurs des Euro   sank am Nachmittag deutlich und notierte zuletzt bei 1,3050 Dollar.

Händler nannten mehrere Gründe: Schwache Konjunkturdaten aus China und den USA hatten Händler bereits zum Wochenanfang verunsichert, dazu mehren sich nun auch die Sorgen über den Zustand der deutschen Wirtschaft. Für zusätzliche Verunsicherung sorgte ein blitzartiger Absturz binnen Minuten, für den es noch keine offizielle Erklärung gibt.

ssu/dpa
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