Kursrutsch an der Wall Street Apple-Aktien verlieren fast zehn Prozent

Apple hat die wirtschaftliche Entwicklung in China falsch eingeschätzt und verfehlt die Umsatzziele. Die Aktie des iPhone-Herstellers verlor nahezu zehn Prozent - und riss andere Börsenwerte mit sich.

REUTERS

Verfehlte Umsatzziele von Apple haben einen Ausverkauf an der Wall Street ausgelöst. Apple-Aktien fielen zur Eröffnung um 9,1 Prozent und steuerten auf den größten Tagesverlust seit sechs Jahren zu. Die US-Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 gaben etwa zwei Prozent nach. Der Dax verlor bis zum Nachmittag rund ein Prozent.

Wegen eines schwächelnden China-Absatzes seiner iPhones lief das vergangene Weihnachtsgeschäft so schlecht, dass Apple am Mittwochabend nach Handelsschluss mitteilte, die Umsatzziele für die vergangenen drei Monate nicht halten zu können. Apple hatte die konjunkturelle Entwicklung in China und ihre Folgen falsch eingeschätzt.

Apple blieb den Angaben zufolge mehrere Milliarden Dollar hinter seinem selbst gesteckten Umsatzziel zurück - erstmals seit etwa zwölf Jahren. "Dies zeigt, wie man aus einem langsameren Wachstum und einem Handelskrieg einen tödlichen Cocktail für die Anlegerstimmung mixt", sagte Naeem Aslam, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses ThinkMarkets.

Spekulationen auf weitere Abkühlung in China

Der Apple-Ausblick nährte Börsianern zufolge zudem Spekulationen auf eine weitere Abkühlung der chinesischen Konjunktur. Daher trennten sich Investoren auch von Anteilen von Firmen, deren Geschäft stark von der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft abhängt. Die Titel des Airbus-Rivalen Boeing und des Baumaschinen-Herstellers Caterpillar verloren jeweils mehr als ein Prozent.

Die Papiere von Celgene schossen dagegen um 32 Prozent in die Höhe - so stark wie noch nie. Der Pharmakonzern Bristol-Myers Squibb will die Biotechfirma für 74 Milliarden Dollar übernehmen. Bristol-Titel brachen dagegen um knapp acht Prozent ein und waren mit 46,45 Dollar so billig wie zuletzt vor gut fünf Jahren.

brt/dpa-AFX/Reuters

insgesamt 5 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
karit 03.01.2019
1. Was ist das Problem?
Das Problem ist, das die Geräte von Apple zu teuer sind für das, was sie wirklich leisten im Vergleich zu deutlich günstigeren Geräten der Konkurrenz. Das trifft auf Apples Smartphones wie auf die neuen Computer gleichermassen zu. Wer kauft einen iMac Pro bei beginnenden Preisen von 5000 Euro? Richtig, niemand. Wenn Apple weiterhin so vergiert an Margen ist, sehe ich den Konzern bald im Konkurs! Das geht nicht mehr so weiter, meine Lieben! Das sind nicht die Chinesen oder ein dumper Präsident schuld!
zadar 03.01.2019
2. Zu starke Konzentration
Apple ist einfach zu stark auf Hardware konzentriert. Microsoft ist da viel breiter aufgestellt mit Cloud Diensten, Xbox Games, Windows und Office, Surface Hardware. Apple Pay könnte gut sein aber ist halt auch an die eigenen Geräte gekoppelt, von denen es viel geringere Stückzahlen gibt.
techkritik 03.01.2019
3. Apple - es wird schwierig
Die Erwartungen an Apple müssen irgendwann enttäuscht werde. Allerdings lässt Apple auch kaum eine Möglichkeit aus, die Fans zu enttäuschen. Warum Apple Cloud in Uk und USA günstiger ist als in Europa - verwundert so langsam auch die härtesten Fanboys. Viele Features werden erst in den USA, teils Jahre später erst in Europa veröffentlicht. Wobei teilweise 12 Monate alte iPhoneX schon nicht mehr ausreichend sind, um alle Funktionalitäten der Kamerasoftware von iOS 12 zu unterstützen. Dass zuerst die Chinesen da nicht mehr mitmachen, wundert nicht.
hansglück 03.01.2019
4.
Die Chinesen haben eben mit Huawei eine eigene Firma, die Apple bereits vom Platz zwei verdrängt hat und die weit innovativer und schneller ist. Deren Top Modelle sind den Apple Produkten in nahezu allen Bereichen weit überlegen und somit auch für die restliche Welt interessanter. Es ist nicht die Wirtschaft in China, es liegt an Apples eigener Produktlinie und mangelnder Innovation. Oder wie sonst würde Huawei mit Geräten ebenfalls um 1000 Euro Apple so weit überholen ?
mariomeyer 04.01.2019
5. Yo!
Es gab vor über zwanzig Jahren auch schon exzellenten Kaffee in China. Zumindest in Shanghai. Der wurde dann mit einem Bunsenbrenner in einem an eine Sanduhr erinnernden Glaskolben gebrüht. Richtig lecker. Das Cafe war aber immer leer. Insofern hat Starbucks schon etwas in der Volksrepublik China bewegt. Allerdings frage ich mich oft, was die Chinesen da trinken - zumindest gibt es in chinesischen 08/15-Supermärkten nur Instant-Kaffee zu kaufen, was mich glauben lässt, dass Kaffee nicht unbedingt den Stellenwert wie in Deutschland hat.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.