Sexismus-Vorwurf Apple Card gibt Frauen offenbar weniger Kredit

Sexismus-Verdacht gegen Apple: Seine Frau habe einen 20-mal geringeren Kreditrahmen bekommen als er, sagt ein US-Unternehmer. Ob der Algorithmus Frauen benachteiligt, prüft nun die Finanzaufsicht.

Die Apple Card, die offizielle Kreditkarte von Apple, scheint Frauen zu benachteiligen: Dies bestätigt nun auch Steve Wozniak, Mitgründer von Apple. In einer Onlinedebatte schrieb er, seine Frau habe einen zehnmal geringeren Kreditrahmen bekommen als er. "Wir haben keine getrennten Bank- oder Kreditkartenkonten oder andere Vermögenswerte", schrieb Wozniak.

Als "sexistisches Programm" hatte der US-Unternehmer David Heinemeier Hansson die Apple Card in einem Tweet am Donnerstag bezeichnet: Seine Frau und er reichten gemeinsame Steuererklärungen ein ("filed joint tax returns"), seine Frau habe einen besseren Kredit-Score - und trotzdem sei ihm ein 20-mal höherer Kreditrahmen für die Karte eingeräumt worden.

Der Kreditrahmen wird von einem Algorithmus automatisch festgelegt. Welche Daten er genau verwendet, wurde nicht veröffentlicht. In einer E-Mail wies die Investmentbank Goldman Sachs, die die Kreditkarte zusammen mit Apple im August eingeführt hatte, die Anschuldigungen zurück. Demnach würden Einkommen und Kreditwürdigkeit individuell bewertet, Faktoren wie das Geschlecht spielten keine Rolle.

Den Vorwurf der Ungleichbehandlung durch die Apple Card prüft nun die New Yorker Finanzaufsicht. Das New Yorker Recht verbiete jegliche Diskriminierung auf Basis von Faktoren wie Geschlecht, Alter, Hautfarbe oder sexueller Orientierung.

Die Kreditkarte befindet sich in der "Apple Wallet"-App. Sie ist Teil der Strategie von Apple, mehr Geld mit Dienstleistungen zu verdienen, um weniger abhängig vom iPhone-Verkauf zu sein. Das Angebot ist in Deutschland noch nicht verfügbar.

caw/Reuters
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