Foxconn in China Corona beim Zulieferer lässt iPhones knapp werden

Seit Ende Oktober gibt es immer wieder Coronafälle bei Foxconn: Die Probleme beim Teilehersteller schlagen nun bei Apple durch. Es fehlt an den teuersten iPhones – kurz vor dem Weihnachtsgeschäft.
Logo an der Foxconn-Zentrale (in Taiwan)

Logo an der Foxconn-Zentrale (in Taiwan)

Foto: CARLOS GARCIA RAWLINS / REUTERS

Die Aufnahmen aus dem zentralchinesischen Zhengzhou waren teils drastisch gewesen. Menschen kletterten über Zäune und flohen über Felder, um den Corona-Restriktionen in ihrer Fabrik zu entgehen. Die strengen Vorgaben haben derzeit einen deutlichen Rückgang der Produktion von Apples iPhone zur Folge. Branchenkenner gehen davon aus, dass der Rückgang bis zu 30 Prozent betragen könnte.

Die Fabrik des Zulieferers Foxconn operiere mit »erheblich reduzierter Kapazität«, teilte Apple am Sonntag mit. Betroffen sei die Herstellung des iPhone 14 Pro und iPhone 14 Pro Max. Kunden müssten deshalb länger auf die Lieferung dieser Geräte warten.

Die Verzögerung in der iPhone-Produktion treffen Apple kurz vor Beginn des Weihnachtsgeschäfts. Die Modelle waren erst im September zusammen mit dem iPhone 14 auf den Markt gekommen. Die Pro-Versionen stattete Apple in diesem Jahr unter anderem mit deutlich besseren Kameras als die Basis-Modelle aus – und sie sind laut Marktforschern entsprechend populär.

Foxconn hatte einen deutlichen Anstieg von Coronainfektionen in seiner Fabrik in Zhengzhou festgestellt, weshalb die taiwanische Firma die Anlage abriegelte. Ende Oktober flüchteten verstörte Beschäftigte zu Fuß aus dem Areal, um eine Coronainfektion zu vermeiden und auch den herrschenden Restriktionen zu entkommen. Einige der Arbeiter klagten über miserable Zustände in der Fabrik, in der Hunderttausende Menschen arbeiten.

Erwartungen für das Geschäftsjahr werden revidiert

Am vergangenen Mittwoch verhängten dann die örtlichen Behörden einen Lockdown über eine Zone rund um die Foxconn-Anlage. Von dieser Maßnahme sind 600.000 Menschen betroffen.

Foxconn teilte am Donnerstag mit, es arbeite mit der chinesischen Regierung bei der Bekämpfung der Pandemie zusammen, damit die Produktion »so rasch wie möglich wieder auf voller Kapazität« laufe. Zugleich warnte das Unternehmen, dass es infolge der Lockdowns seine Geschäftserwartungen für das vierte Quartal nach unten revidieren müsse.

jok/AFP
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