iPhone-Verkäufe Apple enttäuscht trotz Rekordzahlen

Apple konnte im vierten Quartal 2017 neue Gewinn- und Umsatzrekorde feiern. Die Freude über die Zahlen wird aber getrübt: Offenbar verkauft sich das neue iPhone X schlechter als gedacht.
Werbeplakat für das iPhone X (Archivbild)

Werbeplakat für das iPhone X (Archivbild)

Foto: Ng Han Guan/ AP

Das iPhone X hat Apple   im vergangenen Weihnachtsgeschäft die nächsten Rekordzahlen beschert. Im Jahresvergleich stieg der Gewinn im vierten Quartal um zwölf Prozent auf gut 20 Milliarden Dollar. Den bisherigen Rekord hatte Apple im Weihnachtsquartal 2015 mit 18,4 Milliarden Dollar Gewinn erzielt.

Zugleich ging der iPhone-Absatz aber im Jahresvergleich um eine Million auf 77,3 Million Geräte zurück. Das könnte daran gelegen haben, dass das iPhone X erst im November statt wie sonst üblich bei neuen Modellen schon im September in den Handel kam. Das bisher teuerste iPhone war aber eindeutig populär: Der durchschnittliche Preis stieg im Jahresvergleich von 695 auf 796 Dollar. Deshalb konnte Apple auch den Quartalsumsatz trotz des geringeren iPhone-Absatzes um 12,7 Prozent auf 88,3 Milliarden Dollar steigern. Den bisherigen Bestwert hatte Apple vor einem Jahr mit 78,35 Milliarden Dollar erreicht.

Die Prognose für das laufende Vierteljahr fiel allerdings unter den Erwartungen der Analysten aus. Das könnte darauf hinweisen, dass sich das iPhone X nach dem ersten Schub nun doch schlechter verkauft als gedacht. Zuletzt hatte es Berichte von Medien und Analysten gegeben, wonach Apple angesichts inzwischen abgeschwächter Nachfrage die Produktion des iPhone X zurückfahren wolle.

Aktionäre hoffen auf Geldregen

Der Konzern rechnet für das angebrochene Quartal mit Erlösen in einer Spanne zwischen 60 und 62 Milliarden Dollar. Analysten hatten eher mit 65 Milliarden gerechnet. Von Januar bis März 2017 hatte Apple einen Umsatz von knapp 53 Milliarden Dollar verbucht.

Die Apple-Aktie gab im nachbörslichen Handel zunächst nach, drehte dann aber ins Plus und legte um mehr als drei Prozent zu. Das könnte auch daran liegen, dass Aktionäre sich auf einen Geldregen einstellen können. Finanzchef Maestri stellte in Aussicht, dass Apple die bisherigen Auslandsreserven nach der Überweisung in die USA großzügig an Anteilseigner ausschütten werde. Details dazu soll es bei der Vorstellung der nächsten Quartalszahlen geben. Zugleich könnte Apple einen Teil des Geldes auch in Zukäufe stecken. Im Jahr 2017 habe der Konzern 19 Firmen gekauft und schaue sich grundsätzlich Übernahmekandidaten aller Größen an.

Apple saß zuletzt auf einem Geldberg von 285 Milliarden Dollar, davon lagerten 269 Milliarden aber außerhalb der USA. Nach der US-Steuerreform kann der Konzern das Geld mit deutlich niedrigeren Abgaben als bisher ins Heimatland bringen. Die Steuerquote werde im laufenden Quartal von 26 auf 15 Prozent fallen.

koe/dpa/Reuters
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