Steuerstreit mit Irland EU besteht auf Milliarden-Nachzahlung von Apple

Irland weigert sich beharrlich, vom US-Konzern Apple Steuerschulden in Höhe von 13 Milliarden Euro einzutreiben. Die EU-Kommission hat nun die irischen Behörden ermahnt, die "Wettbewerbsverzerrung zu beseitigen".


Die EU-Kommission beharrt darauf, dass der US-Konzern Apple in Irland 13 Milliarden Euro Steuern nachzahlt. Eine Sprecherin der EU-Kommission sagte laut "Bild am Sonntag" (BamS): "Apple muss die Beihilfe den Steuerzahlern zurückzahlen."

Irland hatte den iPhone-Konzern jahrelang minimal besteuert und weigert sich bislang, die Steuern einzutreiben. Eine entsprechende Frist ließ Irland diese Woche verstreichen. Die Kommission stehe deshalb in Kontakt mit den irischen Behörden, wird die Sprecherin von der BamS zitiert. "Die unrechtmäßigen staatlichen Beihilfen müssen so schnell wie möglich wieder eingezogen werden, um die durch die Beihilfe entstandene Wettbewerbsverzerrung zu beseitigen."

mkl

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vinodissimo 05.02.2017
1. US-amerikanische Sammelklagen
Es wird höchste Zeit, das die EU den US-Unternehmen die Stirn bietet. Die Asymmetrie der Vergangenheit, d.h. das lediglich europäische Unternehmen (DB, VW, Bosch, UBS, Schweizer Kreditanstalt u.a.) Strafzahlungen an die US-Behörden leisten mussten, muss gestoppt werden. Warum geht die EU nicht an Goldman Sachs heran, eine Bank, die den Griechen mit Finanzmanipulationen in den Euro geholfen hat und dabei selbst einige hundert Millionen Euro eingesteckt hat (Quelle: W Streeck: Gekaufte Zeit, Suhrkamp)? Es gäbe genügend andere Beispiele zu berichten. Wenn die EU weiterhin gegenüber den US- Unternehmen diese Schwächen zeigt, ist das ihr Untergang.
arrogist 05.02.2017
2. Das Geld ist doch nur in Irland geparkt....
Und gar nicht verdient - das erzähle ich meinem Finanzamt demnächst auch und sage meinem Arbeitgeber, dass ich das Geld ab sofort ausbezahlt haben will. Das klappt bestimmt, oder? Was besonders schlimm ist: Irland musste unter anderem von Deutschland vor der Pleite gerettet werden - Herr Schäuble, wo waren Sie, als die Bedingungen für die Rettung ausgehandelt wurden? Bei der Schweiz und Liechtenstein haben Sie doch Drück ausgeübt wegen des Bankgeheimnises. Und diese Länder waren nie auch nur in der Nähe einer Pleite. Wollten Sie evtl. gar nichts unternehmen, wie bei den Niederlanden auch? Aber die Deutschen sind ja blöd genug und zahlen ohne zu murren.
elkemeis 05.02.2017
3. Wie du mir ...
Dann sollte die EU Subventionszahlungen an und EU-Beiträge von Irand so berechnen, als hätte das Land die entsprechenden Steuereinnahmen. Dann kann sich Irland die Ausfälle ja von Apple und Co. holen oder auch nicht.
jochen-w.voss 05.02.2017
4. Regellos
Wo sind die vielbeschworenen gemeinsamen Werte der vielzitierten Wertegemeinschaft? Die Politiker sind postfaktische Verkäufer von Illusionen.
Backs 05.02.2017
5. Wer hat eigentlich Pleite-Irland gerettet?
Das waren die Bürger der Staaten, die Irland betrogen hat, weil sie selbst ihre Staatsfinanzen zerrütteten, um Multinationale Unternehmen und internationale Finanzgauner zu unterstützen. Was meine These untermauert, dass die Globalisierung samt EU eine Veranstaltung der o.a. Gruppe war. Nur die haben profitiert, die Menschen in den Ländern -auch in Irland- sind durch diese Art der Globalisierung als Ausplünderung nur ärmer geworden.
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