Apple-Zulieferer Report kritisiert "Ausbeutung" bei iPhone-Produktion

Pünktlich zum Verkaufsstart des neuen iPhone wird wieder Kritik an einem Zulieferer von Apple laut: Aktivisten arbeiteten inkognito beim Bildschirmhersteller Lens Technology. Sie berichten von erzwungenen Überstunden, ausbleibenden Gehältern und Gesundheitsgefahren.
Apple-Chef Cook bei Fabrikbesichtigung in China (2012): Gesundheit in Gefahr?

Apple-Chef Cook bei Fabrikbesichtigung in China (2012): Gesundheit in Gefahr?

Foto: ? Handout . / Reuters/ REUTERS

Arbeitnehmervertreter prangern einmal mehr die Arbeitsbedingungen bei einem Zulieferer des Technologiekonzerns Apple   an. Es geht um das Unternehmen Lens Technology, das berührungsempfindliche Bildschirme für Apples Smartphones herstellt. Die Firma zwinge seine Mitarbeiter zu Überstunden, halte Gehälter zurück und bringe gleichzeitig die Gesundheit der Beschäftigten in Gefahr, teilte die in Hongkong ansässige Vereinigung von Studenten und Akademikern gegen strafbare Machenschaften von Unternehmen (Sacom) mit.

Die Vereinigung untersuchte nach eigenen Angaben monatelang die Arbeitsbedingungen in drei Fabriken von Lens Technology. Dafür arbeiteten Mitglieder inkognito in den Werken und befragten zudem Mitarbeiter außerhalb des Arbeitsplatzes. Ihre Ergebnisse wollen sie am Freitag Apple und Lens Technology überreichen - pünktlich zum Verkaufsstart des neuen iPhone.

Nach Angaben von Sacom mussten Beschäftigte von Lens Technology einen Monat lang ohne einen Tag Pause arbeiten und bekamen wochenlang kein Gehalt ausgezahlt. Außerdem seien "Staub, Lärm, verschmutztes Wasser und chemische Substanzen ein wiederkehrendes Problem in den Werkstätten". Die Vereinigung forderte, Apple müsse "umgehend Maßnahmen ergreifen, um der Ausbeutung bei seinen Zulieferern ein Ende zu setzen".

Foxconn greift offenbar nach dem LCD-Geschäft von Sharp

Apples größter Zulieferer könnte derweil nach dem LCD-Geschäft des japanischen Konkurrenten Sharp   greifen: Das taiwanische Unternehmen Foxconn wolle einen Anteil an der Sharp-Sparte kaufen, die Flüssigkristall-Displays für Smartphones und Tablets herstellt, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Auch die Wirtschaftszeitung "Nikkei" hatte zuvor über das Geschäft berichtet.

Sharp steht seit Längerem unter Druck und könnte einen Partner gut gebrauchen. Am Freitag veröffentlichte der Konzern eine Gewinnwarnung, woraufhin die Aktie zweistellig nachgab.

Apple ist sowohl mit Sharp als auch mit Foxconn im Geschäft. Foxconn stellt Elektronik- und Computerteile her und produziert für Apple das iPhone und das iPad. Der Konzern fertigt aber auch für Microsoft   die Spielkonsole Xbox sowie PCs für Hewlett-Packard   und Dell  .

dab/AFP/dpa
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