Patentstreit mit Apple Samsung klagt gegen das iPhone 5

Der erbitterte Kampf um Patente zwischen Apple und Samsung erreicht die nächste Stufe. Der südkoreanische Smartphonehersteller geht in den USA nun auch gegen das iPhone 5 des Konkurrenten vor. Eine weitere Klage in Europa hat das Unternehmen bereits angedroht.
iPhone 5 in einem Laden: Vorläufiger Sieg für Apple im August

iPhone 5 in einem Laden: Vorläufiger Sieg für Apple im August

Foto: AFP

San Francisco - Gerade einmal zehn Tage ist das neue iPhone 5 auf dem Markt - schon schlägt Samsung mit einer Klage in den USA zu. Das südkoreanische Unternehmen beantragte am Montag, das jüngste Apple-Smartphone zu einer laufenden Klage in Kalifornien hinzuzufügen, in der es um insgesamt acht Patente geht. Samsung hatte diesen Schritt gegen das vor rund zehn Tagen erschienene Telefon bereits angedroht.

Unter den Schutzrechten sind zwei Patente, die zum Grundstock des Funkstandards UMTS gehören. Außerdem geht es unter anderem um das Synchronisieren von Geräten, Funktionen einer Bildschirmtastatur sowie die Anzeige von Bildern und Videos. Samsung   greift in dem Verfahren neben vorherigen iPhone-Modellen auch iPad-Tablets und die iPod-Player an. Apple hat im Gegenzug diverse Samsung-Smartphones im Visier, darunter auch das aktuelle Top-Modell Galaxy S3. Ein Prozess ist allerdings erst für 2014 geplant.

Apple hatte im August vor demselben Gericht einen Sieg gegen Samsung errungen. Geschworene stellten die Verletzung mehrerer Apple-Patente durch diverse Geräte der Südkoreaner fest und sprachen dem US-Konzern 1,05 Milliarden Dollar Schadensersatz zu. Alle Patentvorwürfe von Samsung wurden hingegen abgeschmettert. Samsung versucht derzeit, die Entscheidung der Geschworenen zu kippen, noch bevor sie von Richterin Lucy Koh bestätigt wird. Apple fordert hingegen gut 700 Millionen Dollar mehr und beantragte dauerhafte Verkaufsverbote für zahlreiche Samsung-Geräte. Die meisten davon spielen aber kaum noch eine Rolle auf dem Markt, weil die Klage vom Frühjahr 2011 ist.

Dank seines einzigen Erfolgs in dem ersten kalifornischen Verfahren darf Samsung jetzt wieder sein Tablet Galaxy Tab 10.1 in den USA verkaufen. Richterin Koh hob den im Juni verfügten vorläufigen Verkaufsstopp auf. Die Geschworenen hatten keine Verletzung von Apples geschützten Designmustern durch den iPad-Konkurrenten festgestellt. Da Samsung gegen das Verkaufsverbot in Berufung ging, musste die Richterin allerdings erst die Zustimmung der höheren Instanz abwarten, bis sie ihre Verfügung aufheben konnte. Das Modell ist allerdings schon mehr als ein Jahr alt und entsprechend veraltet.

Samsung hatte vor einigen Wochen auch Klagen gegen das iPhone 5 in Europa angedroht. Dabei soll es um Patente für den superschnellen Datenfunk LTE gehen. Klagen wegen Patenten, die zum Grundstock von Standards gehören, sind komplizierter, weil für die Schutzrechte besondere Regeln gelten: Sie müssen zu "fairen Konditionen" ohne Diskriminierung lizenziert werden, bei der Umsetzung dieser Regel gibt es jedoch immer wieder Streit, etwa um einen angemessenen Preis. Apple setzt sich dafür ein, keine Verkaufsverbote auf Basis solcher Standardpatente zu verhängen.

yes/dpa
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