Tech-Konzern Schwache iPhone-Nachfrage - Umsatz von Apple sinkt

Apples Weihnachtsgeschäft glänzt weniger als sonst. Auch, weil die Chinesen weniger iPhones kaufen. Und der Konzern rechnet damit, dass der Umsatz in den kommenden Monaten weiter sinkt.

Apple-Zahlen an der "Nasdaq MarketSite" am Times Square
AFP

Apple-Zahlen an der "Nasdaq MarketSite" am Times Square


Der Umsatz von Apple ist wegen schwächerer iPhone-Verkäufe vor allem in China zurückgegangen. Im abgelaufenen Quartal zum 29. Dezember gaben die Erlöse um fast fünf Prozent auf 84,3 Milliarden Dollar nach, wie der US-Konzern nach Börsenschluss mitteilte. Der Gewinn je Aktie legte hingegen um 7,5 Prozent auf 4,18 Dollar zu.

Anfang Januar hat das Unternehmen die Aktienmärkte weltweit mit der ersten Umsatzwarnung seit 2007 in Aufruhr versetzt. Statt der bis dahin in Aussicht gestellten maximal 93 Milliarden Dollar reduzierten die US-Amerikaner ihre Prognose auf 84 Milliarden Dollar. Diese übertraf der Konzern mit 84,3 Milliarden Dollar nun leicht. Im Jahresvergleich bedeutet das einen Rückgang von fünf Prozent. Apple hatte das Minus bereits mit einer unerwartet niedrigeren Nachfrage nach iPhones in China begründet.

Video: Apple in der China-Falle

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Nun stellt sich das Unternehmen auf weitere Umsatzrückgänge ein: Für das laufende Quartal rechnet Apple mit 55 bis 59 Milliarden Dollar Umsatz. Im Vorjahresquartal waren es noch gut 61 Milliarden Dollar gewesen.

Apple nennt erstmals keine Absatzzahlen mehr

Der Gewinn hielt sich aber trotz des deutlichen Umsatzrückgangs fast auf Vorjahresniveau mit knapp 19,97 Milliarden Dollar. Dabei dürfte geholfen haben, dass Apple zwar ganz offensichtlich weniger iPhones verkaufte - es aber mehr teurere Modelle im Angebot gab.

Der Konzern nennt seit diesem Quartal erstmals keine Absatzzahlen zu seinen Geräten, sondern nur den Umsatz in einzelnen Regionen und Produktkategorien. So fielen die Erlöse in China in dem Ende Dezember abgeschlossenen Geschäftsquartal von knapp 17,96 auf rund 13,17 Milliarden Dollar.

Beim iPhone, mit dem Apple einst die Handybranche revolutionierte, gab es einen Umsatzrückgang von rund 15 Prozent auf knapp 52 Milliarden Dollar. Damit brachte das Smartphone immer noch gut 61 Prozent der Apple-Erlöse ein - sonst waren es zum Teil mehr als zwei Drittel gewesen.

Apple-Chef Tim Cook: Stärke in der Breite

Zugleich wuchs das Dienstleistungsgeschäft, zu dem unter anderem der Speicher-Service iCloud, der Streamingdienst Apple Music und der Anteil des Konzerns an Erlösen aus App-Verkäufen gehören, um 19 Prozent auf 10,9 Milliarden Dollar. Beim lange schwächelnden iPad gab es mit dem neuen, teureren Pro-Modell einen Sprung von 17 Prozent auf 6,7 Milliarden Dollar Umsatz.

Die Sparte mit der Computeruhr Apple Watch, dem Lautsprecher HomePod und anderen Geräten wie dem AirPods-Ohrhörern steigerte den Umsatz sogar um ein Drittel auf 7,3 Milliarden Dollar. Auch das Geschäft mit den Macintosh-Computern legte zu. Hier konnte Apple die Umsätze um 8 Prozent steigern.

Obwohl es enttäuschend gewesen sei, die Umsatzerwartung für das Weihnachtsquartal zu verpassen, zeigten die Zahlen die Stärke des Apple-Geschäfts in der Breite, sagte Firmenchef Tim Cook. Der Konzern hatte für das vergangene Vierteljahr ursprünglich Erlöse von bis zu 93 Milliarden Dollar in Aussicht gestellt.

Die Apple-Aktie Chart zeigen legte nachbörslich in den ersten Minuten nach der Zahlenvorlage um mehr als zwei Prozent zu, obwohl die Prognose für das laufende Quartal unter den Erwartungen der Analysten lag.

sth/Reuters/dpa



insgesamt 20 Beiträge
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Seite 1
Ronald Dae 30.01.2019
1. Ist doch ganz klar ...
Das Schlimme ist, dass die Applekisten so lange nutzbar sind. Ich habe gerade ein iPad Air 2 für einen Freund eingerichtet. Völlig ausreichend. Ähnlich bei älteren Macbooks: Einmal installiert und Ruhe im Karton - vor allem keine blöden Fragen, wie was geht oder Virenprobleme. Wer einmal Apple hat, der bleibt gerne dabei. Und wenn die Kisten laufen, warum soll man dann upgraden? Das macht keinen Sinn. Sinnmcht, dass Apple dadurch langfristig Umsätze flöten gehen. Wenn ich Kohle für Aktien hätte, ich würde jetzt Apple kaufen.
hansfrans79 30.01.2019
2. Rekorde
Es kann nicht immer nur Rekorde geben. Das sind doch immer noch unfassbare Zahlen für ein Privatunternehmen. Man kann das Smartphone nicht neu erfinden und man müsste es schon komplett in die Uhr bei 2 Tagen Akkulaufzeit und herausfahrendem Bildschirm einbauen, um einen ähnlichen Kaufrausch zu generieren. Smartphones sind für die meisten der Alltagsgegenstand Nr.1 und seit ein paar Generationen nahezu perfekt. Ich finde es nicht richtig, dass in Artikeln wie diesem der Umsatzrückgang nur am Rande als logisch erwähnt wird und die Anleger diesen unrealistischen Anspruch haben dürfen. Es sollte langfristig gewirtschaftet werden, es trifft sonst irgendwann reale Existenzen, wenn die Kürzungen kommen. Aber nun, solche „Träumereien“ haben im Kapitalismus leider keinen Platz.
romanpg 30.01.2019
3. zu teuer
Apples aktuellen iPhone-Modelle sind einfach zu teuer. Ich war immer bereit, einen gewissen Aufschlag für ein iPhone gegenüber einem Android zu bezahlen. Aber die aktuellen Preise sind einfach jenseits von dem, was ich bereit bin für ein Smartphone zu bezahlen. Die Konkurrenz hat zwar auch die Preise angezogen, aber Apple hat hier einfach jegliches Maß verloren. Sollte Apple daran nichts ändern, werde ich mich wohl dauerhaft von Apple abwenden. Und ich bin sicher nicht der einzige, der so denkt
Andalusier 30.01.2019
4. Schwache iPhone-Nachfrage ?
Klingt für mich ziemlich daneben in diesem Beispiel das Wort "schwach" zu verwenden. Wie daneben ist unsere Welt und der Schreiber des Textes, dass solche Zahlen so bezeichnet werden ? "Etwas schwächere Nachfrage als letztes Jahr" wäre korrekter. Wenn ein Konzern rund 84 Milliarden Umsatz und dabei 20 Milliarden Gewinn in 3 Monaten macht, kann doch wohl nicht von "schwach" geredet werden. Auch nicht, wenn von dem Umsatz "nur" 61 % - als rund 51 Milliarden - auf das iPhone zurück gehen. ich weiß - jetzt werden wieder so manche den Untergang von Apple herunter leiern.
toll_er 30.01.2019
5. nun ja
Was lese ich? 'Der Gewinn hielt sich aber trotz des deutlichen Umsatzrückgangs fast auf Vorjahresniveau mit knapp 19,97 Milliarden Dollar. ' Da ändert sich der Markt. Ist halt so. Und schauen Sie sich mal die Samsung-Smartphone-Verkaufszahlen an...Das ist kein Apfel-Problem, obwohl das die Apple-Nicht-Liebhaber gerne hätten... Irgendwie absehbar war und ist doch, dass sogar der unkritischste Smartphonenutzer merkt, dass ihm ein neues Modell nicht viel mehr bringt als das Vorjahresmodell. Und... wie viele Smartphones braucht ein einzelner Mensch? Interessant ist auch, dass der Gebrauchtmarkt deutliche Steigerungen verzeichnet. Viele kaufen ein Gerät, das ein oder zwei Jahre alt ist.... da spart man nämlich gewaltig... mit nicht wahrnehmbarer Leistungseinbuße für denjenigen, der keine Extremen Programme nutzt.
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