Gegen Verhaltenskodex verstoßen Apple setzt Zusammenarbeit mit Zulieferer aus

Die Arbeitsbedingungen bei Apple-Zulieferern wurden in der Vergangenheit wiederholt kritisiert. Jetzt stoppt der Konzern die Geschäfte mit dem taiwanesischen Unternehmen Pegatron – zumindest vorübergehend.
Demonstranten in Hongkong protestieren 2013 gegen die Arbeitsbedingungen bei Apple-Zulieferern

Demonstranten in Hongkong protestieren 2013 gegen die Arbeitsbedingungen bei Apple-Zulieferern

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DPA

Apple stellt die Zusammenarbeit mit dem taiwanischen Zulieferer Pegatron vorübergehend ein. Apple teilte mit, dass man vor einigen Wochen festgestellt habe, dass das taiwanesische Unternehmen gegen den Verhaltenskodex für Lieferanten verstoßen habe. Studentische Mitarbeiter seien gefragt worden, Überstunden und Nachtschichten zu machen. Um dies zu vertuschen, seien sie falsch eingestuft und außerhalb ihrer Qualifikation eingesetzt worden. Zudem seien Unterlagen gefälscht worden.

In einer Erklärung von Apple heißt es der Nachrichtenagentur dpa zufolge, Pegatron werde "keine neuen Geschäfte von Apple erhalten, bis das Unternehmen alle erforderlichen Korrekturmaßnahmen abgeschlossen hat." Pegatron hat inzwischen den zuständigen Manager entlassen. Was es für Pegatron für Folgen hat, von Apple auf Bewährung gesetzt worden zu sein, ist unklar. 

Apple verwies auf "strenge Überprüfungs- und Genehmigungsverfahren für jedes Studentenarbeitsprogramm". Damit wolle man sicherstellen, dass die Arbeit eines Praktikanten mit seinem Hauptfach in Verbindung stehe und Überstunden oder Nachtschichten verboten seien. Pegatron habe gegen diese Regeln verstoßen. Bei den Untersuchungen seien jedoch keine Beweise für Zwangsarbeit oder Arbeit für Minderjährige gefunden worden.

Pegatron ist einer der wenigen Zulieferkonzerne, auf die Apple weltweit vertraut, um Flaggschiffprodukte wie das iPhone zu produzieren. Wie der größere Rivale Foxconn ist das taiwanische Unternehmen ein wichtiger Bestandteil der globalen Lieferkette von Apple, die im Laufe der Jahre von Arbeitsrechtsaktivisten immer wieder kritisiert wurde. Apple hat mit umfangreichen Untersuchungen auf die Vorwürfe reagiert und legt seit Jahren Berichte zu möglichen Verstößen in Zulieferbetrieben vor.

bah/dpa/Reuters
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