"Geplanter Verschleiß" Apple und Samsung müssen in Italien Millionenstrafen zahlen

Apple und Samsung sollen die Leistung älterer Geräte gezielt gedrosselt haben. Die italienische Kartellbehörde fordert deshalb Zahlungen in Millionenhöhe. Apple muss doppelt so viel zahlen wie Samsung.
Apple-Logo in Mailand

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Foto: STEFANO RELLANDINI/ REUTERS

Die Handy-Hersteller Apple und Samsung müssen in Italien wegen "geplanten Verschleißes" ihrer Smartphones Millionenstrafen zahlen.

Wegen gezielter Drosselung der Leistungsfähigkeit älterer Geräte muss Samsung fünf Millionen Euro Strafe zahlen, Apple wurde zur Zahlung von zehn Millionen Euro verurteilt, teilte die Kartellbehörde in Rom mit. Weltweit hatten sich Nutzer zuvor über die nachlassende Leistung älterer Smartphones beklagt.

Ermittlungen hatten laut der Behörde ergeben, dass sich Apple und Samsung "unlauterer Geschäftspraktiken" schuldig gemacht hätten. Updates von Betriebssystemen verursachten demnach "schwerwiegende Fehlfunktionen" und "reduzierten die Leistung deutlich". So seien die Kunden gedrängt worden, schneller neue Geräte zu kaufen.

Mangelnde Aufklärung

Die Strafe für Apple fiel doppelt so hoch aus, weil das Unternehmen seine Kunden nicht ausreichend über die Leistungsfähigkeit der Smartphone-Akkus aufgeklärt habe, teilte die italienische Kartellbehörde mit. Auch über mögliche Maßnahmen für eine längere Lebensdauer der Akkus habe Apple nicht ausreichend informiert.

Die Wettbewerbshüter hatten die Untersuchungen wegen sogenannter Obsoleszenz im Januar eingeleitet. Zeitgleich starteten die Behörden in Frankreich Ermittlungen nach Klagen von Kunden über die Langsamkeit älterer Handys. In den USA sieht sich Apple mit einer Sammelklage konfrontiert.

Bereits vergangenes Jahr hatte Apple zugegeben, die Geschwindigkeit älterer Smartphones zu drosseln. Der Konzern wollte damit eigenen Angaben zufolge lediglich die Akkulaufzeit verlängern.

brt/AFP
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