Umsatz gesteigert Apple verkauft weniger Telefone - aber die Uhr läuft

Das iPhone bleibt wichtigstes Produkt im Apple-Katalog. Doch der Konzern konnte sich im letzten Quartal langsam aus der Handy-Abhängigkeit lösen - Kopfhörern, Boxen und Armbanduhren sei Dank.

Apple-Führungskraft Jeff Williams vor Bildern der Apple Watch: Verkäufe gesteigert
Marcio Jose Sanchez/ AP

Apple-Führungskraft Jeff Williams vor Bildern der Apple Watch: Verkäufe gesteigert


Apple Chart zeigen kann die Rückgänge im iPhone-Geschäft zunehmend besser durch Zuwächse in anderen Bereichen ausgleichen. Das vergangene Quartal brachte ein deutliches Plus vor allem bei Onlinediensten und in der Sparte mit der Computeruhr Apple Watch - der Konzernumsatz stieg um ein Prozent auf 53,8 Milliarden Dollar.

Die iPhone-Erlöse fielen im Jahresvergleich um zwölf Prozent auf knapp 26 Milliarden Dollar (23,3 Milliarden Euro). Damit bleibt das iPhone zwar das wichtigste Apple-Produkt. Aber es brachte dem Konzern nur noch 48 Prozent des gesamten Geschäfts ein - in den vergangenen Jahren waren es meist um die zwei Drittel des Konzernumsatzes gewesen.

Schon in den vergangenen Quartalen hatten sich die Umsätze mit dem Gerät nach schwächeren Verkäufen in China sowie einer Abkühlung des Smartphone-Marktes negativ entwickelt. Zuletzt sei das iPhone-Geschäft aber wieder besser gelaufen, sagte Konzernchef Tim Cook vor Analysten.

Das Geschäft mit Onlinediensten wuchs binnen einem Jahr von 10,2 auf knapp 11,5 Milliarden Dollar. Apple hat inzwischen 420 Millionen Abo-Kunden in seinen verschiedenen Angeboten.

Den deutlichsten Sprung gab es aber in der Sparte, in der das Geschäft mit der Apple Watch, den vernetzten HomePod-Lautsprechern und AirPods-Ohrhörern sowie Zubehör zusammengefasst ist. Dort stieg der Umsatz von 3,7 auf 5,5 Milliarden Dollar. Apple nennt keine Absatzzahlen für seine Geräte, bei der Watch war aber von "Millionen" neuen Nutzern die Rede - im vergangenen Quartal seien drei Viertel der verkauften Uhren an Erstkäufer gegangen.

Die Geldreserven der Firma sind erheblich

Unterm Strich verdiente Apple in dem Ende Juni abgeschlossenen dritten Geschäftsquartal gut zehn Milliarden Dollar, das war ein Rückgang von rund 13 Prozent im Jahresvergleich. Der Konzern schloss das Quartal mit Reserven von 211 Milliarden Dollar ab - obwohl allein in dem Vierteljahr 21 Milliarden Dollar an Anteilseigner gingen, vor allem durch Aktienrückkäufe.

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Apple: So verdient der iPhone-Konzern sein Geld

Für das laufende Quartal stellte Apple einen Umsatz zwischen 61 und 64 Milliarden Dollar in Aussicht. Im Vorjahresquartal waren es 62,9 Milliarden Dollar gewesen. Auch wegen dieser Prognose, die Erwartungen von Analysten übertraf, legte die Aktie im nachbörslichen Handel am Dienstag zeitweise um mehr als vier Prozent zu.

jok/dpa



insgesamt 26 Beiträge
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toll_er 31.07.2019
1. Zeichen
Apple hat wohl rechtzeitig die Zeichen der Zeit erkannt. Aber ich bin mal gespannt, wie lang es dauert , bis die Androiden wieder ihre Chance sehen, Apple In die Tonne zu klopfen. Freue mich schon drauf.
master-of-davinci 31.07.2019
2. Trügerische Meldung
Es ist eine trügerische Meldung. Solange die Onlinedienste, die Uhr und Zubehör direkt an einem iPhone hängen ist von einer Loslösung keine Spur. Erst wenn eine Apple Watch entweder völlig autonom und mit einem Androiden spricht, wäre sie ein Kandidat für eine Verlagerung. Der Vorteil von einem Apple Device mit Apple OS ist auch sein Problem, zumindest was die wachstumsgeile Finanzwelt anbelangt. Wachstum ist endlich. Und Apple braucht Esprit und keinen Buchhalter, denn die Möglichkeiten des Buchhalters sind begrenzt, die eines Leaders mit Esprit grenzenlos. Auf der anderen Seite.... Die Großen kommen und gehen. Das wird auch Apple irgendwann passieren.
hup 31.07.2019
3. Wie soll Apple sich mit Gadgets vom iPhone lösen
Wenn die Gadgets ohne das iPhone als Master-Device praktisch nicht nutzbar sind? Selbes gilt für die Kunden: eine iWatch zu kaufen ohne ein iPhone zu besitzen ist quatsch. Apple verkauft nichts das nicht zusätzlich ein iPhone oder iPad benötigt. Insofern ist der Umsatz mit iGadgets immer ein Sub-Umsatz des iPhones. Die "Krise" Apples hat einen einfachen Grund: fehlende Innovationen. Auch die Smartwatches sind kein neues Produkt mehr. Das gilt aber für die ganze Branche der Smartphonehersteller: Neue (teure) Gerätegenerationen bieten kaum einen Mehrwert über die letzte - also müssen Displays gefaltet, Ultraschall und Taschenradar bemüht werden um Fortschritt zu simulieren, der aber kaum noch Mehrwert für den Kunden bietet. Jetzt wäre es Zeit für einen neuen Disruptor - etwas, das das Smartphone als ganzes ablöst. Irgendwann wird es kommen, und wenn Apple hier nicht der Innovator ist, dann sind sie danach nur noch Nummer zwei oder ganz weg. Das ist der zwingende Weg vom jungen hippen Marktanteil-Dieb zum fetten Platzhirsch, der sich selbst im Weg steht - egal welcher Name dranklebt. In dieser Branche wird Marktführerschaft bestenfalls in Jahren gemessen, selten in wenigen Jahrzehnten, aber nie in Jahrhunderten.
connaisseur 31.07.2019
4. hat äppel ein "thermomix-problem"?
irgendwann wird der zeitpunkt kommen, an dem sich die käufer aus dem proprietäten äpple-universum verabschieden. momentan scheint der überteuerte technikkram aus cupertino noch als statussymbol zu taugen. aber mal ehrlich: das ei-phone für 1500 teuronen hebt sich doch optisch kaum noch von 300-euro-chinakrachern ab. grotesk überteuert - dabei stellt es die leistungsspitze schon lange nicht mehr dar. und diese merkwürdigen ährpotts, die wie pilzstiele aus den ohren ragen - wie kann man diese hörstöpsel "kewl" finden? meine letzten äppel produkte verstauben jedenfalls, weil sie sich durch aufgezwungene systemupdates so zäh anfühlen, als hätte jemand grafschafter goldsaft eingefüllt. jedenfalls wird in unserem haushalt keines der alten äppel produkte vermisst (es gibt besseres und vor allem offeneres für deutlich weniger geld). noch reichen die immensen finanziellen rücklagen - aber irgendwann ist äppel wieder da, wo in den 90ern schon mal waren. nur die kreativität eines steve jobs und die kohle von microschrott haben da geholfen... bei beschwerden, bitte das hier lesen: https://www.spiegel.de/netzwelt/web/apple-fans-macht-euch-doch-mal-locker-a-179746.html ;)
hansfrans79 31.07.2019
5.
Zitat von hupWenn die Gadgets ohne das iPhone als Master-Device praktisch nicht nutzbar sind? Selbes gilt für die Kunden: eine iWatch zu kaufen ohne ein iPhone zu besitzen ist quatsch. Apple verkauft nichts das nicht zusätzlich ein iPhone oder iPad benötigt. Insofern ist der Umsatz mit iGadgets immer ein Sub-Umsatz des iPhones. Die "Krise" Apples hat einen einfachen Grund: fehlende Innovationen. Auch die Smartwatches sind kein neues Produkt mehr. Das gilt aber für die ganze Branche der Smartphonehersteller: Neue (teure) Gerätegenerationen bieten kaum einen Mehrwert über die letzte - also müssen Displays gefaltet, Ultraschall und Taschenradar bemüht werden um Fortschritt zu simulieren, der aber kaum noch Mehrwert für den Kunden bietet. Jetzt wäre es Zeit für einen neuen Disruptor - etwas, das das Smartphone als ganzes ablöst. Irgendwann wird es kommen, und wenn Apple hier nicht der Innovator ist, dann sind sie danach nur noch Nummer zwei oder ganz weg. Das ist der zwingende Weg vom jungen hippen Marktanteil-Dieb zum fetten Platzhirsch, der sich selbst im Weg steht - egal welcher Name dranklebt. In dieser Branche wird Marktführerschaft bestenfalls in Jahren gemessen, selten in wenigen Jahrzehnten, aber nie in Jahrhunderten.
In welcher Branche gibt es denn einen Marktführer "seit Jahrhunderten"? Innovation fehlt eher Ihrem Kommentar. "Apple war nicht innovativ genug nach dem iPhone", schon tausend mal gehört, es wird nicht richtiger. Es kommt nicht alle paar Jahre eine neue Schlüsseltechnologie, nicht mal alle paar Jahrzehnte. Die Telefone können heute so viel, da ist kein Platz für Bahnbrechendes. Ihr Kommentar ist nur graue Theorie.
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