Manager-Vergütung Apple will Bonus von Umsetzung von sozialen und ökologischen Zielen abhängig machen

Apple hat 2020 gut verdient und zahlt Führungskräften höhere Boni aus als geplant. Auch Konzernchef Cook erhielt 40 Prozent mehr. Für die variable Vergütung soll es künftig allerdings neue Regeln geben.
Apple-Chef Tim Cook im November: Verdient 256-mal so viel wie ein normaler Mitarbeiter

Apple-Chef Tim Cook im November: Verdient 256-mal so viel wie ein normaler Mitarbeiter

Foto:

BROOKS KRAFT/APPLE INC HANDOUT/EPA-EFE/Shutterstock

Apple hat seine Ziele für 2020 nach eigenen Angaben übertroffen und schüttet deshalb deutlich mehr Boni an seine Manager aus als geplant. Die Berechtigten erhalten 179 Prozent der ursprünglich vorgesehenen Summe, wie aus einer Pflichtmitteilung  des Herstellers an die US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht.

Auch Konzernchef Tim Cook kassierte demnach vergangenes Jahr einen deutlich höheren Bonus als bisher. Nach 7,6 Millionen US-Dollar im Vorjahr, stieg dieser laut dem Bericht um rund 40 Prozent auf 10,7 Millionen Dollar. Der Barbonus des 60-Jährigen war 2019 allerdings auch eher schwach ausgefallen, nachdem sich die neuen iPhones deutlich schlechter als erwartet verkauften. Kursgewinne durch Aktien sind dabei noch nicht eingerechnet.

Insgesamt betrug sein Gehalt dieses Jahr 14,8 Millionen Dollar – nach 11,6 Millionen im Vorjahr. Cooks Vergütung lag damit 256-mal über dem Median der Apple-Mitarbeitergehälter von 57.783 Dollar.

Mehr als zwei Billionen Dollar wert

Am Bezug von Boni soll sich bei Apple künftig fundamental etwas ändern. Bei den Prämien für Führungskräfte soll es künftig auch darauf ankommen, ob diese im Einklang mit den sozialen und ökologischen Werten des Unternehmens handeln. Auf Basis einer Management-Bewertung sollen die Zahlungen so um bis zu zehn Prozent höher oder niedriger ausfallen können.

Apple ließ in dem Bericht offen, wie genau das Unternehmen Fortschritt, wie etwa die CO2-Reduktion in der Lieferkette, bewerten wird. Unter anderem soll es auf die Verwendung von recycelten Materialien, Vielfalt und Inklusion in der Belegschaft sowie den Datenschutz und die Sicherheit seiner Geräte ankommen.

Womöglich will Apple mit dem neuen Umweltbonussystem auch dem Vorstoß von Aktionären entgegentreten, die Höhe der Managerboni zu deckeln. Sie hatten moniert: »Amerikas aufgeblähte Vorstandsvergütung ist weder verantwortungsvoll für die Gesellschaft noch nachhaltig für die Wirtschaft.«

Apple hatte trotz Coronakrise 2020 ein gutes Jahr, wohl auch weil sich viele Arbeitnehmer für das Homeoffice zusätzlich ausstatteten. Der Aktienkurs stieg um mehr als 80 Prozent und knackte im Lauf des Jahres erstmals die Marke von zwei Billionen Dollar.

Im Sommer hatte Apple angekündigt, seinen CO2-Abdruck einschließlich der Lieferkette bis 2030 zu neutralisieren. 75 Prozent dieser Klimaneutralität sollen durch die Reduktion von Emissionen, 25 Prozent unter anderem durch Ausgleichsmaßnahmen erreicht werden.

apr/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.