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11. Februar 2014, 07:27 Uhr

Streit über Preisabsprachen

Apple wird staatliche Aufpasser nicht los

Ein Kontrolleur soll im Auftrag des US-Justizministeriums sicherstellen, dass sich Apple an das Wettbewerbsrecht hält. Das Unternehmen beschwerte sich über die Einmischung, sprach von Behinderung - und scheiterte nun mit seiner Klage vor einem Berufungsgericht.

New York - Im Streit über Preisabsprachen bei elektronischen Büchern wird Apple einen gerichtlich zugeteilten Aufpasser der Wettbewerbshüter vorerst nicht los. Ein New Yorker Berufungsgericht wies am Montag einen Antrag von Apple ab, den im Oktober eingesetzten Kontrolleur Michael Bromwich wieder aus dem Unternehmen abzuziehen. Die Befugnisse des Anwalts hätten zwar ihre Grenzen, hieß es vom Gericht. Er könne jedoch trotz einiger berechtigter Bedenken von Apple seine Arbeit zunächst fortsetzen.

Bromwich soll im Auftrag des US-Justizministeriums sicherstellen, dass sich Apple an das Wettbewerbsrecht hält. Der Konzern wirft ihm vor, sich zu sehr in geschäftliche Angelegenheiten einzumischen und so die Entwicklung neuer Produkte zu behindern.

Das Justizministerium begrüßte das Urteil. Es mache deutlich, dass Apple mit dem Kontrolleur zusammenarbeiten müsse, sagte eine Sprecherin. Apple selbst wollte die Entscheidung des Gerichts bisher nicht kommentieren.

Apple war im Juli schuldig befunden worden, bei Preisabsprachen in der E-Book-Branche eine Schlüsselrolle gespielt zu haben: Das Unternehmen soll sich demnach zum Verkaufsstart seines iPads heimlich mit fünf Verlagen abgesprochen haben, um trotz der Marktführung des Online-Versandhändlers Amazon höhere Preise durchsetzen zu können. Als Konsequenz hätten die Verbraucher für E-Books "Dutzende Millionen Dollar zusätzlich" zahlen müssen, hieß es in der Klageschrift.

aar/AP/Reuters

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