SPIEGEL ONLINE

SPIEGEL ONLINE

27. Juli 2017, 12:43 Uhr

Milliardeninvestment aus Taiwan

Foxconn baut Fabrik in den USA

Der taiwanesische Apple-Zulieferer Foxconn baut ein US-Werk. Donald Trump verbucht das als persönlichen Erfolg - doch sein Versprechen einer Apple-Fabrik erfüllt er mit dem Werk nicht.

Der Auftragsfertiger Foxconn baut für zehn Milliarden Dollar ein Werk im US-Bundesstaat Wisconsin. Das teilten Foxconn-Chef Terry Gou und US-Präsident Donald Trump auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit. In der Fabrik sollen Bildschirme für Fernseher und andere Geräte hergestellt werden.

Das Werk werde schon zu Beginn 3000 US-Arbeiter beschäftigen, sagte Trump. Viele weitere Arbeitsplätze würden folgen; das Potenzial liege bei 13.000 Jobs. Der US-Präsident hatte im Wahlkampf versprochen, Arbeitsplätze vor allem in der Industrie zu schaffen.

Trump verbuchte die Milliardeninvestition des taiwanesischen Konzerns als Erfolg seiner Wirtschaftspolitik: "Wäre ich nicht gewählt worden, würde er nicht zehn Milliarden Dollar investieren", sagte er mit Blick auf Foxconn-Chef Gou.

In China beschäftigt das Unternehmen etwa eine Million Arbeiter. Das Unternehmen ist vor allem bekannt als führender Hersteller diverser Apple-Geräte. Die Fabrik in Wisconsin soll aber Display-Panels für Sharp herstellen. Um eine "Apple-Fabrik" handelt es sich also nicht.

Trump verspricht drei Apple-Fabriken

Trump hatte in einem diese Woche veröffentlichten Interview zudem verkündet, Apple-Chef Tim Cook habe ihm drei große Fabriken in den USA zugesagt. Apple kommentiert dies nicht. Ein Mitarbeiter des Weißen Hauses erklärte dem "Wall Street Journal", dabei sei es um etwas anderes als die Foxconn-Fabrik gegangen.

Das Werk soll im Wahlkreis des einflussreichen republikanischen Kongressabgeordneten und Vorsitzenden des Repräsentantenhauses, Paul Ryan, stehen. Die Arbeitslosenquote liegt mit fast zehn Prozent weit über dem landesweiten Durchschnitt von 3,2 Prozent. Der republikanische Gouverneur des Bundesstaats sagte Foxconn Steuererleichterungen in Höhe von drei Milliarden Dollar zu.

In den USA gibt es bereits einen Foxconn-Standort. In Virginia beschäftigt der taiwanische Konzern etwa 400 Menschen. Gou kündigte an, neben der neuen Fabrik in Wisconsin weitere US-Standorte zu planen. So könnten die Kunden besser beliefert werden.

asa/dpa/AFP

URL:


© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung