Foxconn Apple-Zulieferer räumt Verstoß gegen Arbeitsregeln ein

Der Apple-Zulieferer Foxconn beschäftigt in China offenbar weit mehr Zeitarbeiter als erlaubt. Kritiker monieren deutliche Verstöße gegen Vorschriften.

iPhone von Apple: Hohe Abhängigkeit von Foxconn
Stringer - Imaginechina/AP

iPhone von Apple: Hohe Abhängigkeit von Foxconn


Es sind nicht die ersten Vorwürfe gegen Apple und dessen chinesischen Zulieferer Foxconn. Diesmal räumen die Unternehmen sogar Verstöße gegen Arbeitsregeln ein. Apple und Foxconn haben zugegeben, in China zu viele Zeitarbeiter beschäftigt zu haben. Die Organisation China Labour Watch beschuldigte die Firmen in einem Bericht, dass die Belegschaft der iPhone-Fabrik in der chinesischen Stadt Zhengzhou im August zu etwa 50 Prozent aus temporären Arbeitskräften bestand. Nach chinesischem Recht sind nur zehn Prozent zulässig.

"Wir können bestätigen, dass bei einer kürzlich durchgeführten Überprüfung unserer Geschäftstätigkeit in unserem Werk in Zhengzhou einige Probleme mit der Einhaltung von Vorschriften durch die Belegschaft festgestellt wurden", teilte Foxconn mit. Dabei seien Beweise dafür gefunden worden, dass der Einsatz von Leiharbeitern und die Anzahl der Überstunden von Mitarbeitern, "nicht den Unternehmensrichtlinien entsprachen".

Auch Apple Chart zeigen bestätigte, dass Standards nicht eingehalten wurden. Der Konzern wolle eng mit Foxconn zusammenarbeiten, um die Probleme zu beheben. Eine Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters, ob ein Verstoß gegen chinesisches Recht vorliege, ließ Apple unbeantwortet.

Vorwürfe gegen Foxconn wegen Verstößen gegen Arbeitsregeln gibt es immer wieder. So mussten unter anderem Schüler in China illegal in der iPhone-Produktion arbeiten.

mmq/dpa/Reuters



insgesamt 4 Beiträge
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Außendienst_09 09.09.2019
1. Unglaublich!
Dass bei Billigartikeln die Arbeitsbedingungen nicht eingehalten werden, davon ist auszugehen. Aber dass bei Luxusartikeln die in China in der Herstellung nur wenige Euro an Arbeitskosten verursachen noch der letzte Cent gespart wird ist ein Skandal! Da soll keiner behaupten Apple hätte das jetzt erst gemerkt - vielmehr sind sie wohl erwischt worden oder wollten es nicht wissen. Für den Preis eines iPhone könnte das auch noch locker zu deutschen Löhnen hergestellt werden, ohne dass Apple Verlust machen würde. Bei dem heutigen Automatisierungsgrad ist der Kostenanteil der Manpower ohnehin überschatzt.
sj_comment 09.09.2019
2. China ist eine diktatorische Rep.
der Staat entscheidet alles! Wer sich weigert kommt ins Arbeitslager. Zahlen zu Folter und Hinrichtungen sind inoffiziell - es gibt nur eine hohe Dunkelziffer. Wenn der Staat der Wirtschaft gutes will, dann machen da alle kostenlos mit, ob die wollen oder nicht. Da wird nicht gefragt. Auch nicht die Kinder oder Jugendliche. Überhaupt ist das kritische Hinterfragen schon strafbar! So lässt sich auch viel viel Geld verdienen, billige Arbeitsleistung und hohe Margen für die Wirtschaft und den Staat.
mistarich 09.09.2019
3. Da Foxconn
nicht nur Apple beliefert, sondern alle namhaften Hersteller, ist davon auszugehen, daß etwas grundsätzliches schiefläuft, für den Rest der Welt aber egal, Preis und Rendite müssen stimmen. China ist weit weg und in einem Land wo die Menschenrechte nicht beachtet werden, werden dafür bestimmt die Arbeitsregeln eingehalten, verarschen kann ich mich selber.
se123 09.09.2019
4.
Ich nehme an, alle verantwortlichen Manager müssen sich dafür vor Gericht verantworten und müssen mit mehrjährigen Haftstrafen rechnen. Weiters nehme ich an, dass Foxconn und Apple über alle Kontinente hinweg Milliardenstrafzahlen leisten müssen, so wie sie es schon machen mussten, als bekannt wurde, dass Apple per Software die Geräte langsamer werden lies und sich viele Kunden neue Geräte kauften. Weiters nehme ich an, dass Apple und Foxconn über Jahre hinweg in allen Medien in China und den USA über Jahre hinweg mit diesem Skandal konfrontiert werden... ohh wait, so macht das ja nur Deutschland mit seiner Schlüsselindustrie, alle anderen bedeutenden Wirtschaftsnationen haben schon kapiert, dass wir uns mitten in einem gewaltigen Wirtschaftskrieg befinden und da schießt man sich lieber nicht ins eigene Knie! Ein Österreicher
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