Expansion Apple-Zulieferer Foxconn will Fabriken in USA eröffnen

Der US-Computerkonzern Apple dürfte nach Schätzung von Analysten neue Verkaufsrekorde im Weihnachtsgeschäft aufgestellt haben. Doch die Welt hungert nach Neuheiten - und der Bau neuer Fabriken in den USA durch Apples Hauptlieferant Foxconn heizt Spekulationen an, dass es bald welche gibt.

Apple-Store in China: Hoffen auf China Mobile
REUTERS

Apple-Store in China: Hoffen auf China Mobile


Taipeh/New York - Der Apple-Zulieferer Foxconn erwägt den Bau eigener Fabriken in den USA. Auf diese Weise könnten sich neue Geschäftsmöglichkeiten für den taiwanischen Konzern ergeben, sagte Firmenchef Terry Gou am Sonntag. Zudem stünden Investitionen in Indonesien an. Dieses Land sei besser als Indien dazu geeignet, China als weltweit wichtigsten Industriestandort abzulösen. Foxconn hatte zuletzt eine Zusammenarbeit mit Blackberry in Indonesien vereinbart.

Der Konzern beschäftigt weltweit mehr als eine Million Mitarbeiter und hat ambitionierte Wachstumsziele: Binnen der kommenden zehn Jahre könnte der Umsatz auf umgerechnet 240 Milliarden Euro steigen - zweieinhalb mal so viel wie 2013. Zum Foxconn-Konzern gehören Hon Hai Precision und Foxconn Technology. Das Unternehmen ist der wichtigste Lieferant für die Apple-Produkte iPhone und iPad.

Der Sprung in die USA könnte auch ein Hinweis darauf sein, dass die Zusammenarbeit in nächster Zukunft noch intensiviert wird. Denn die Spekulationen reißen nicht ab, dass Apple an Neuheiten bastelt und dafür Foxconn zu sich ins Boot holt.

Neuheiten gefragt

Denn obwohl Analysten sich von der der Kooperation mit China Mobile einen spürbaren Zuwachs der Nachfrage nach iPhones und iPads versprechen, bleibt doch klar, dass Apple langfristig neue Geräte anbieten muss, wenn der Konzern seine Position im Markt halten oder ausbauen will. "Ohne neue Produkt-Kategorien erscheinen Apples Märkte zunehmend gesättigt und umkämpft", sagte Technologie-Analyst Toni Sacconaghi. Dies könne zu Lasten des Umsatzwachstums und der Rendite gehen. Wohl auch deswegen reißen die Gerüchte über die Einführung einer computerbasierten Armbanduhr, eines Apple-Fernsehers oder eines iPhones mit größerem Bildschirm nicht ab.

Aktuell erntet Apple erstmal die Früchte seiner Kreativität in der Vergangenheit. Im Weihnachtsgeschäft dürfte der US-Technologiekonzern nach Einschätzung von Analysten erstmals die Marke von 55 Millionen verkauften iPhones und 26 Millionen iPads geknackt haben. Am Montag nach Börsenschluss an der Wall Street will das Unternehmen Einblick in die jüngste Quartalsbilanz geben. Es sind die ersten drei Monate, in denen die iPhone-Luxusversion 5S sowie das günstigere Modell 5C den Verkauf dominierten.

Kampf um Marktposition in China

Für den von Steve Jobs mitgegründeten Konzern gibt es trotz des wahrscheinlichen Rekordquartals einige Unwägbarkeiten. So versucht der aggressive Finanzinvestor Carl Icahn Einfluss zu nehmen und fordert, deutlich mehr Geld aus den gigantischen Barmittel-Reserven an die Aktionäre weiterzureichen. Um sich noch mehr Gehör zu verschaffen, stockt der 77-Jährige seit Monaten regelmäßig seinen Apple-Anteil auf. Zugleich rückt dem kalifornischen Konzern auch der Smartphone-Weltmarktführer Samsung nicht vom Leib. Allerdings durchlaufen die Südkoreaner eine kleine Schwächephase und verzeichneten im Weihnachtsgeschäft erstmals seit zwei Jahren einen Gewinnrückgang.

Apple hatte zudem zuletzt noch Probleme in China. In der nach den USA weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft konnte das Unternehmen bislang kaum Boden gutmachen auf die heimische Konkurrenz wie Huawei und Xiaomi sowie Samsung. Während Apple weltweit die Nummer zwei bei den Smartphone-Verkäufen ist, kommt die Firma aus dem Silicon Valley in China laut den Marktforschern von Canalys nur auf Rang fünf. Doch seit Mitte Januar verkaufen die Kalifornier ihre Produkte auch beim größten Mobilfunk-Anbieter der Volksrepublik, China Mobile. Dies dürfte für frischen Wind sorgen.

mik/Reuters



insgesamt 11 Beiträge
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Seite 1
sudiso 27.01.2014
1. optional
was die reparatur von, beispielsweise imacs, angeht so haben die sich aus meiner sicht, ein eigentor geschossen. fest verklebtes schutzglas...... also keine möglichkeit ohne heißluftpistole diese vom gerät abzubekommen um mehr rams, größere festplatte oder kaputte dinge auszutauschen. denn selbst in den appleläden wird das wahrscheinlich nicht anders gehandhabt werden. bei anderen herstellern bricht in der hinsicht wahrscheinlich irgendetwas ab und man kann das ding gleich in die tonne kloppen ;) und mindestens 1300 euros für so ein ding hinzulegen, frechheit. werden sich auf dauer nicht halten können, wenn billig produziert und viel zu teuer verkauft wird. abgesehen vom geld, design ist toll. bildschirm auch. und wiederverkaufswert erst recht. knappe 600 euro für ein gerät was mindestens 2 bis 3 jahre auf dem buckel hat. nichts destotrotz, bleibt apple für mich ein überteuertes hype-produkt, auch wenn es innovativ im moment noch vorne liegt. ist nur eine frage der zeit bis andere nachziehen.
noalk 27.01.2014
2. Warum Indonesien?
"Zudem stünden Investitionen in Indonesien an. Dieses Land sei besser als Indien dazu geeignet, China als weltweit wichtigsten Industriestandort abzulösen …" --- Warum? Weil China schon zu teuer ist, Indien als Demokratie zu unsicher ist und auch teurer wird, Indonesien als Fake-Demokratie mit ausreichend vielen Niedrigstlöhnern wohl die einträglichsten Bedingungen offeriert.
neu_ab 27.01.2014
3.
Werden die chinesischen Sklavenarbeiter denn auch in die USA importiert, um blinkende Modegadgets für die iSheep in >80-Stunden-Wochen zu fabrizieren?
sverris 27.01.2014
4. Peinlich
dass immer noch so viele unbedarft die US-It-Produkte kaufen - und sich um ihre Daten offenbar keine Sorgen machen. Freilich siehts mit IT-Made in-EU auch ziemlich mau aus, und open source lebt nach wie vor ein Nischendasein... :|
Celestine 27.01.2014
5.
Zitat von noalk"Zudem stünden Investitionen in Indonesien an. Dieses Land sei besser als Indien dazu geeignet, China als weltweit wichtigsten Industriestandort abzulösen …" --- Warum? Weil China schon zu teuer ist, Indien als Demokratie zu unsicher ist und auch teurer wird, Indonesien als Fake-Demokratie mit ausreichend vielen Niedrigstlöhnern wohl die einträglichsten Bedingungen offeriert.
Und warum glauben Sie, dass ausgerechnet Indien eine lupenreine Demokratie sei? Dort werden Streiks von Polizisten nach wie vor niedergeknüppelt, was man in den Auslandsreportagen hin und wieder erfahren darf. http://www.bbc.co.uk/news/world-asia-india-21515338 http://articles.timesofindia.indiatimes.com/2013-02-20/india/37199058_1_bank-unions-employees-of-public-sector-central-trade-unions Und wo gibt es da einen Unterschied zu Indonesien, Ihr Wissensstand ist wohl ein wenig überholt: http://www.bloomberg.com/news/2013-10-31/two-million-workers-strike-in-indonesia-wage-protest-group-says.html http://www.industriall-union.org/violent-end-to-indonesian-strike Tja, die paramilitärischen Sondereinheiten haben entsprechend reagiert. Dass solche Massendemonstrationen in Europa ein anderes Ende finden würden, glaubt ja nur noch wohl ein Naivling. Von diesem Mega-Streiks habe ich in den deutschen Medien nichts erfahren.
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