Börsenstars Diese Unternehmen hätten Sie noch reicher gemacht als Apple

Apple hat auf seinem Weg zum Billionenkonzern viele Anleger reich gemacht - aber nicht so reich wie möglich. Denn andere Unternehmen konnten ihren Wert noch stärker steigern. Ein Überblick.
Von Felix Sommerfeld
Apple-Kurs am 2. August 2018

Apple-Kurs am 2. August 2018

Foto: Mark Lennihan/ AP

Apple ist jetzt mehr als eine Billion Dollar wert. Oder anders ausgedrückt: mehr als 1.000.000.000.000 Dollar. Eine gigantische Summe. Man könnte die 15 teuersten Dax-Unternehmen damit kaufen. Oder rund tausend Elbphilharmonien bauen.

Auf dem Weg zum teuersten Privatunternehmen der Welt hat Apple   so manchen Investor reich gemacht. Wer also Aktien des Tech-Konzerns sein Eigen nennt, könnte sich zufrieden zurücklehnen und denken: alles richtig gemacht. Oder sich ärgern. Denn mit Anteilen anderer Unternehmen war sogar noch mehr Geld zu verdienen - genau genommen war die Apple-Aktie eigentlich zu keinem Zeitpunkt die beste Wahl renditehungriger Spekulanten.

Ob zum Börsengang oder später: Mit diesen Aktien hätten Sie noch mehr Geld verdient als mit Apple.


1980

Am 12. Dezember 1980 ging Apple an die Börse. Wer an diesem Tag 100 Dollar in die aufstrebende Computerfirma investierte - und die Aktien seitdem behalten hat - bekommt heute fast 50.000 Dollar für die Anteile. Noch mehr würde man allerdings bekommen, hätte man das Geld an diesem 12. Dezember 1980 in den Tabakkonzern Philip Morris gesteckt. Knapp 88.000 Dollar wären die Anteile des inzwischen zu Altria   umbenannten Konzerns heute wert.


2003

Netflix, Branchenprimus im Bereich Video-on-Demand, wächst und wächst und wächst, ebenso wie der dazugehörige Börsenwert. Das 1997 in Kalifornien gegründete Unternehmen war in den vergangenen Jahren die profitabelste Aktie an den großen Börsen. Anfangs bestand das Geschäft des Streaming-Pioniers daraus, DVDs per Post zu verschicken, die Kunden im Internet bestellen konnten. Nach zehn Jahren wurde das Portfolio erweitert, und Netflix   versuchte sich als Video-on-Demand-Anbieter - mehr als erfolgreich.

Wer im Jahr 2003, vor 15 Jahren, 100 Dollar in Netflix investiert hat, besitzt heute Unternehmensanteile in Höhe von 19.330 Dollar. Derselbe Betrag, investiert in Apple-Aktien, ist heute nur 15.750 Dollar wert.


2008

Auch vor zehn Jahren hatten Investoren Möglichkeiten, etwas Besseres mit ihrem Geld zu machen, als Apple-Aktien zu kaufen. Eine davon war, in Amazon   zu investieren, heute die weltweite Nummer Zwei der wertvollsten Unternehmen, hinter Apple. Jeff Bezos' Philosophie, den Aktionären keine Dividenden zu zahlen und jeden Dollar zu reinvestieren, erlaubt massive Expansion - auch in Geschäftsfelder, die erst auf den zweiten Blick mit der digitalen Welt zu tun haben. 2017 hat Amazon etwa die weltgrößte Biomarktkette Whole Foods übernommen.

Eine andere Möglichkeit: Das New Yorker Biotech- und Pharma-Unternehmen Regeneron hat seinen Durchbruch an der Börse der Entwicklung eines Augenmedikaments zu verdanken, das bei Erkrankungen der Netzhaut verwendet wird. Auch ein Medikament gegen Neurodermitis entwickelte sich zum Kassenschlager und trieb den Aktienkurs in die Höhe.

Wer damals für 100 Dollar Apple-Anteilscheine gekauft hat, darf sich heute über einen Aktienwert von rund tausend Dollar freuen. Nicht schlecht. Aber damals in Regeneron investierte 100 Dollar sind jetzt sogar mehr als 1800 Dollar wert. Sind sie in Amazon-Aktien investiert worden, sogar mehr als 2400.


2013

Spätentschlossene, die Apple erst vor fünf Jahren ihr Vertrauen schenkten und ein Teil ihres Geldes in das Technologieunternehmen investierten, können sich heute immer noch über ein gewaltiges Plus in ihrem Depot freuen. Seit 2013 stieg der Anteil um den Faktor 3,5 - aus 100 Dollar wurden 350.

Hätte man sich 2013 aber für ein anderes Unternehmen aus dem Silicon Valley entschieden, für Facebook  , läge der Faktor sogar bei 4,7. Das soziale Netzwerk, zu dem heute auch Instagram und Whatsapp gehört, hat sich nach anfänglichen Schwierigkeiten an der Börse etabliert.

Eine noch höhere Rendite als bei Facebook konnten Aktionäre mit Nvidia   erzielen. Der kalifornische Konzern ist weltweit einer der führenden Entwickler von Grafikprozessoren und Chipsätzen. Wer vor fünf Jahren Aktien im Wert von 100 Dollar erworben und seitdem behalten hat, besitzt heute Unternehmensanteile in Höhe von 1816 Dollar.

Die Chips, die Nvidia entwickelt und produziert, werden in boomenden Bereichen benötigt: Künstliche Intelligenz, autonomes Fahren und E-Gaming - die Computerspielbranche insgesamt baut auf Produkte von Nvidia.