"Emotional schwierig" Arbeitgeber-Chef kritisiert hohe Managergehälter

Wie viele Millionen sind angemessen für einen Dax-Vorstandschef? Die massiv gestiegenen Einkommen von Managern sorgen sogar im Lager der Arbeitgeber für Unmut. Mittelständler würden die Entwicklung genauso skeptisch sehen wie Arbeitnehmer, sagt Gesamtmetall-Chef Kannegiesser.


Stuttgart - Martin Kannegiesser hat massive Bedenken gegen den starken Anstieg der Vorstandsvergütungen in den großen Unternehmen geäußert. "Dies sehe ich in letzter Zeit problematisch", sagte der Gesamtmetall-Präsident der "Stuttgarter Zeitung". Für einen Mittelständler sei diese Entwicklung "emotional genauso schwierig wie für einen Arbeitnehmer". Dabei müsse man auch die Relationen sehen: Die Dax-Unternehmen beschäftigten nur sechs Prozent der Arbeitnehmer in Deutschland.

Die Gehälter der Dax-Chefs sind 2011 um neun Prozent gestiegen. Die Top-Manager profitieren dabei von den hohen Gewinnen ihrer Unternehmen. Die 30 Dax-Konzerne haben ihre Ergebnisse im vergangenen Jahr deutlich gesteigert, mehrere Firmen haben Rekordergebnisse erzielt. Im Schnitt kam ein Dax-Chef 2011 auf 6,1 Millionen Euro.

In der Reaktion auf die 17 Millionen Euro, die Volkswagen-Chef Martin Winterkorn für 2011 erhält, stelle er selbst bei Arbeitnehmern differenzierte Töne fest. Den Fall Winterkorn müsse man als "einmaliges Phänomen" beurteilen. "Volkswagen geht es besser, als die das selbst erwartet hatten", sagte Kannegiesser. So sei die Vergütung "offensichtlich übers Ziel hinausgeschossen". "Wenn Volkswagen aber der Meinung ist, dass auch in Zukunft solche Ergebnisse möglich sind, müssen sie die Maßstäbe verändern, weil die Relationen nicht mehr passen", mahnte der Verbandspräsident.

Schärfere Gesetze zur Einkommensbegrenzung bei Top-Managern lehnt Kannegiesser ab. "Das wäre das Kind mit dem Bade ausgeschüttet", sagte er. Es gebe Gesetze dafür.

cte/dpa



insgesamt 5 Beiträge
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eigene_meinung 07.04.2012
1. Ag
Wer hat sich eigentlich irgendwann einmal das Wort "Arbeitgeber" für diese Bande von selbstgefälligen, egoistischen, skrupellosen Arbeitsplatzvernichtern einfallen lassen?
stupp 07.04.2012
2. Leistungsberechnung
Der Gewinn eines Unternehmens darf niemals der Maßstab sein, um die Leistung eines Managers zu beurteilen. Denn was kann ein Manager z.B. für die Konjunktur?? Wenn ein Manager also sein Unternehmen mit Verlusten durch eine Krise führt, kann das eine größere Leistung sein, als ein Gewinn in konjunkturstarken Zeiten. Was tun? Wenn man schon den Gewinn als Leistungsmaßstab nutzen möchte, dann muss selbstverständliche die Konjunktur anhand der Branchen-Performance berücksichtigt werden: Wenn das Ergebnis eines Unternehmens um 10% höher ist als das der konkurrierenden Unternehmen, dann könnte man das als Verdienst der Unternehmensführung anrechnen. (Die Nachhaltigkeit bleibt damit jedoch noch unberücksichtigt.) So viel ich weiss, läuft die Automobil-Branche zur Zeit generell rund. Insofern ist Winterkorns Leistung offensichtlich überbewertet.
sappelkopp 07.04.2012
3. Diese Leute sind dermaßen...
Zitat von sysopWie viele Millionen sind angemessen für einen Dax-Vorstandschef? Die massiv gestiegenen Einkommen von Managern sorgen sogar im Lager der Arbeitgeber für Unmut. Mittelständler würden die Entwicklung genauso skeptisch sehen wie Arbeitnehmer, sagt Gesamtmetall-Chef Kannegiesser. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,826266,00.html
...abgehoben. Es gibt einfach niemanden, der 4540 Euro die Stunde Wert ist. Das hat Winterkorn bekommen, wenn ich denn 12 Stunden Arbeitszeit pro Tag, bei einer 6-Tage-Woche und keinen Urlaub zu seinen Gunsten annehmen. Allerdings bezweifel ich, dass der Mann auch nur annähernd 3.700 Stunden gearbeitet hat. Viel wichtiger allerdings, ist es, dass die restlichen Arbeitnehmer in solchen Unternehmen fair bezahlt werden. Aber das geht ja nicht, weil die hohen Vorstandsgehälter natürlich nur gezahlt werden, wenn die Arbeitnehmen mächtig gedrückt werden. Ausnahmen mag es geben.
kioto 07.04.2012
4. Sind ja auch keine
Zitat von eigene_meinungWer hat sich eigentlich irgendwann einmal das Wort "Arbeitgeber" für diese Bande von selbstgefälligen, egoistischen, skrupellosen Arbeitsplatzvernichtern einfallen lassen?
Hallo, Arbeitgeber ist der Kapitalgeber. Die meisten Manager sind im Prinzip, solange sie keine Miteigentümer sind oder große Teile der Aktien halten, Angestellte des Unternehmens wie jede Putzfrau. Sie können weder ihr Gehalt selber festlegen noch haften sie persönlich für Misserfolge wie z.B. jeder kleine Imbissbudenbetreiber. Sind die hohem Gehälter eventuell noch zu rechtfertigen durch große Erfolge des Unternehmens, sind die Boni und Abfindungen, die trotz Mißerfolg (z.B. bei Bankmanagern) oder Versagen gezahlt werden, schon pervers. Funktioniern tut das hauptsächlich durch das System " heute bist du mein Aufsichtsrat, morgen bin ich deiner...". Die Manager nehmen halt nur, was sie bekommen können, so wie das jeder andere auch täte. mfg Kioto
böseronkel 07.04.2012
5. Auch Kannegiesser & Co. erkennen langsam die Realität
Die überhöhten Managereinkommen sind sicher ein hochgradiges Ärgernis. Gesamtwirtschaftlich richtig schädlich sind aber die jede vernünftige Vorstellungskraft sprengenden Gewinnausschüttungen, die dann irgendwie an dem Fiskus vorbei in die Schweiz transferiert werden. Weder die Finanzartisten noch deren Manager genannten Kreaturen können sich in die Lage des Prekariates versetzen, das diese märchenhaften Einkommen erarbeitet. Diese Leute und ihre Zombies in der Politik nennen solche realistische Feststellungen bekanntlich "Neiddebatte".
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