Arbeitsbedingungen bei Tochterunternehmen DHL legt Streit mit Gewerkschaften bei

Die Deutsche Post DHL und die Gewerkschaften haben ihren Streit über die Arbeitsbedingungen bei ausländischen DHL-Tochterfirmen offenbar beigelegt. Der "Süddeutschen Zeitung" zufolge haben sich beide Seiten in einer Erklärung unter anderem auf bessere Arbeitsbedingungen geeinigt.

DHL-Frachtflugzeug (in Bahrain): Streit mit Gewerkschaften beigelegt
REUTERS

DHL-Frachtflugzeug (in Bahrain): Streit mit Gewerkschaften beigelegt


Berlin - Mitarbeiter im Ausland, die sich gewerkschaftlich betätigten, sollen im Logistikkonzern Deutsche Post DHL drangsaliert worden sein. Lange haben Gewerkschaften und DHL über die Vorwürfe gestritten - jetzt haben sie sich offenbar geeinigt und ihren Streit beigelegt. Die "Süddeutsche Zeitung" zitiert aus einer gemeinsamen Erklärung, auf die sich DHL mit der Dienstleistungsgewerkschaft UNI Global Union und der Internationalen Transportarbeiter-Vereinigung ITF geeinigt habe. Sie sehe in einigen Fällen bessere Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter vor, in anderen Fällen hätten sich die Vorwürfe aber auch zerschlagen.

Die Gewerkschaften hatten DHL im Mai 2012 vorgeworfen, außerhalb Europas Arbeitnehmerrechte zu verletzen. DHL habe eine "beschämende Bilanz" beim übermäßigen Einsatz von schlecht bezahlten Zeit- und Leiharbeitern und verstoße in mehreren ausländischen Tochterfirmen gegen die OECD-Leitsätze für internationale Unternehmen, einen Katalog für "verantwortungsvolles unternehmerisches Handeln im globalen Kontext".

So seien Mitarbeiter drangsaliert worden, weil sie sich gewerkschaftlich betätigen. Konkret ging es zum Schluss um Vorwürfe in der Türkei, Indien, Kolumbien, Indonesien und Vietnam. Die Deutsche Post hatte erwiderte, sie arbeite gemäß nationaler Gesetze und Gepflogenheiten der jeweiligen Länder.

Die jetzige Vereinbarung kam dem Bericht zufolge auf Vermittlung der beim Bundeswirtschaftsministerium angesiedelten Nationalen Kontaktstelle für die OECD-Leitsätze (NKS) zustande. In der Erklärung heiße es: "Die Parteien sind sich einig, dass die vorgebrachten Vorwürfe im Rahmen des Vermittlungsverfahrens der NKS ausgeräumt wurden oder sich im weiteren bilateralen Austausch klären lassen."

nck/dpa



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roadie6656 30.01.2014
1. Ein Fortschritt
ist das für die Kollegen im Ausland - ohne Zweifel. Jedoch duldet die Dt. Post/DHL diese Praktiken auch bei ihren Servicepartern im Inland. Die Preise werden in den Boden gedrückt, A?beitnehmer arbeiten für ein mickriges Salär und gegen jede Arbeitszeitordnung. Die ist die Norm hier in Deutschland. Scheinheilig wird auf die Unternehmerische Freiheit verwiesen. Also nur ein kleiner Fortschritt in unserer neoliberalen Welt!
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