Statistisches Bundesamt Deutschland hat die siebthöchsten Arbeitskosten in der EU

Deutsche Unternehmen müssen für ihre Arbeitnehmer hierzulande im EU-Schnitt viel Geld ausgeben – 37,30 Euro. Noch deutlich teurer ist Arbeit jedoch beispielsweise in Dänemark.
Gewerkschaftsprotest für höhere Löhne: Reallöhne gesunken

Gewerkschaftsprotest für höhere Löhne: Reallöhne gesunken

Foto: Lino Mirgeler/ dpa

Arbeitszeit ist in Deutschland vergleichsweise teuer. Konkret mussten deutsche Unternehmen für ihre Arbeitnehmer 2021 im Schnitt 37,30 Euro pro Stunde ausgeben, wie das Statistische Bundesamt mitteilte .

Das waren 1,4 Prozent mehr als im Vorjahr, kalenderbereinigt jedoch weniger als im EU-Schnitt, wo 1,6 Prozent mehr fällig wurden. Hinzu kommt: Angesichts der hohen Inflation sind die Reallöhne in Deutschland zuletzt das zweite Jahr in Folge gesunken.

EU-Schnitt bei 28,60 Euro pro Stunde

Trotzdem rangiert Deutschland in puncto Arbeitskosten wie schon im Vorjahr an der siebten Stelle im EU-Ranking. Dänemark hatte im EU-Vergleich mit 48,30 Euro die höchsten Arbeitskosten je geleistete Stunde, Bulgarien mit 6,80 Euro die niedrigsten.

Im EU-weiten Durchschnitt waren den Angaben der Statistiker zufolge vergangenes Jahr 28,60 Euro pro Arbeitsstunde zu bezahlen. Die Arbeitskosten in Deutschland lagen 30 Prozent über diesem Wert, der relative Abstand ist damit gegenüber dem Jahr 2020 nahezu gleichgeblieben.

Die Statistiker ermitteln ihre Angaben mittels einer Schätzung, bei der bestehende Statistiken miteinander verknüpft werden. Eine gesonderte Erhebung beziehungsweise Stichprobenziehung wird nicht durchgeführt. Die Arbeitskosten setzen sich aus zwei Bestandteilen zusammen: den Bruttoverdiensten und den Lohnnebenkosten. Die Coronahilfen der nationalen Regierungen haben sich in den EU-Staaten insbesondere auf die Lohnnebenkosten ausgewirkt.

Deutsche Industrie bezahlt besonders gut

Besonders gut sind den Zahlen zufolge die Gehälter in der deutschen Industrie. Im verarbeitenden Gewerbe kostete eine Arbeitsstunde 2021 durchschnittlich 41,90 Euro. Beschränkt auf diesen Wirtschaftsabschnitt waren die Arbeitskosten in Deutschland im EU-Vergleich die vierthöchsten. Eine Stunde Arbeit in der deutschen Industrie war damit 45 Prozent teurer als im EU-Durchschnitt (28,90 Euro).

Wirtschaftliche Dienstleistungen (ohne den öffentlichen Dienst und das Gesundheitswesen) sind dagegen in Deutschland billiger zu haben. Für sie wurden Arbeitskosten von 34,80 Euro pro Arbeitsstunde fällig. Im EU-Vergleich ist das Platz neun, 22 Prozent über dem EU-Durchschnitt.

apr