Arbeitsmarkt in Deutschland Zahl der freien Stellen auf Rekordhoch

Die Suche nach geeigneten Mitarbeitern bereitet Unternehmen größere Sorgen als je zuvor. Im ersten Quartal 2018 erreichten die freien Arbeitsplätze Rekordwerte.
Berufsinformationszentrum (BiZ) der Agentur für Arbeit in Rostock

Berufsinformationszentrum (BiZ) der Agentur für Arbeit in Rostock

Foto: Bernd Wüstneck/ dpa

In Deutschland gab es im ersten Quartal 2018 so viele freie Stellen wie nie zuvor. Mit 1,190 Millionen habe die Zahl der zu besetzenden Jobs sogar den Spitzenwert vom Vorjahresquartal überschritten, geht aus der veröffentlichten Stellenerhebung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Die Studie beruht auf Betriebsbefragungen.

Im ersten Quartal 2017 hatte es in Deutschland noch 126.000 offene Stellen weniger gegeben. Die Zahlen zeigten, dass eine Trendwende am Arbeitsmarkt derzeit nicht in Sicht ist. Bereits Ende letzten Jahres waren die offenen Arbeitsstellen in Deutschland auf ein Rekordhoch angestiegen.

Vor allem westdeutsche Betriebe sorgen laut der IAB-Erhebung weiterhin für die meisten Jobangebote. Sie hatten im ersten Quartal 930.000 freie Stellen, für die sie dringend einen geeigneten Mitarbeiter suchten. In Ostdeutschland waren es dagegen nur 260.000 gewesen. Firmen suchen dabei ganz unabhängig von der Betriebsgröße nach qualifizierten Mitarbeitern. Den größten Bedarf hatten jedoch zuletzt Kleinbetriebe mit bis zu neun Beschäftigten.

Beste Chancen für Steuerberater und IT-Experten

Die besten Chancen am Arbeitsmarkt haben Unternehmens- und Steuerberater, Architekten, Marktforscher, Werbefachleute und IT-Experten, die unter dem Sammelbegriff "qualifizierte Unternehmensdienstleister" zusammengefasst sind; hier gab es im ersten Quartal 327.000 freie Stellen, gefolgt von anderen Dienstleistungsberufen (296.000 freie Stellen) und Beschäftigten in der Industrie (163.000 freie Stellen).

Derweil wird es nach Erkenntnissen der Nürnberger Arbeitsmarktforscher für Unternehmen immer schwieriger, die passenden Mitarbeiter zu finden. So sei im Jahr 2017 bei knapp 43 Prozent der neu besetzten Stellen die Mitarbeitersuche mit "Schwierigkeiten" verbunden gewesen.

Allerdings hat sich zuletzt die Zeit bis zur Besetzung einer Stelle leicht verkürzt. Hatten Firmen im Jahr 2015 noch 58 Tage gebraucht (im Jahr 2016 sogar 59 Tage), um eine Stelle neu zu besetzen, so waren es im Jahr 2017 nur noch 55 Tage.

ans/dpa