Compliance-Skandale in der ARD BR will Neben­ein­künfte seiner Angestellten auf 5000 Euro jährlich deckeln

Zehntausende Euro soll die Technikdirektorin des Bayerischen Rundfunks jährlich als Nebenverdienst kassiert haben. Mit einer neuen Obergrenze will der Sender solche Auswüchse laut Medienberichten künftig eindämmen.
BR-Technikchefin Birgit Spanner-Ulmer: Hat zwei Autos – und zwei Chauffeure

BR-Technikchefin Birgit Spanner-Ulmer: Hat zwei Autos – und zwei Chauffeure

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Ralf Wilschewski / BR

Angesichts zahlreicher ARD-Skandale, bei denen es unter anderem um Interessenkonflikte und Verschwendungsvorwürfe geht, versuchen einige Anstalten derzeit eifrig, gegen solche Erscheinungen vorzugehen. So auch der Bayerische Rundfunk (BR).

Bei dem Sender hatte besonders Technikchefin Birgit Spanner-Ulmer für Schlagzeilen gesorgt, weil sie gleich zwei Dienstwagen samt zweier Fahrer nutzen durfte. Zuletzt rückte auch ihr üppiger Nebenverdienst beim Stahlkonzern Salzgitter in den Fokus. 440.000 Euro soll sie dort seit 2016 verdient haben, neben den rund 266.000 Euro, die sie beim BR als Gehalt bezieht. Der Sender hatte darüber im August selbst berichtet – und bezeichnete es als »Ausnahme-Regelung«, die mit den alten Zeiten zu tun habe. Jüngere Direktoren-Verträge sähen anders aus.

Deckel für Nebentätigkeiten

Derlei üppige Einnahmen will der BR nun mit einer neuen Regel eindämmen. Die Nebentätigkeiten der fünf Direktorinnen und Direktoren sollen auf 5000 Euro gedeckelt werden, wie neben der »Welt am Sonntag« auch die »Süddeutsche Zeitung « berichtet. Was darüber hinausgeht, werde »ab dem nächsten Geschäftsjahr an den BR abgeführt«. Die Direktoren erwirtschaften dann Geld für den Sender und nicht für sich selber, wenn sie höher bezahlt werden. Intendantin Wildermuth verzichtet laut BR-Geschäftsbericht ohnehin auf Vergütungen aus solchen Nebentätigkeiten.

Das Gehalt der Führungskräfte gibt der BR zusammengenommen mit knapp 1,3 Millionen jährlich, also im Schnitt 260.000 Euro pro Direktorin oder Direktor an. Spanner-Ulmer selbst zieht indes ebenfalls Konsequenzen. Wie der Sender der »Süddeutschen Zeitung« zufolge mitteilte, will die Direktorin ihr Mandat im Aufsichtsgremium bei Salzgitter im Mai 2023 auslaufen lassen.

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apr
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