Marktreaktion Argentiniens Börse feiert den Staatsbankrott

Sieben Prozent Plus am Vormittag: Argentiniens Aktienindex Merval reagiert überraschend positiv auf den Bankrott der Regierung.

Argentinier demonstrieren gegen Hedgefonds: Die Börse legt nach dem Staatsbankrott zu
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Argentinier demonstrieren gegen Hedgefonds: Die Börse legt nach dem Staatsbankrott zu


Frankfurt am Main/Buenos Aires - Ist es Freude über ein Ende der Unsicherheit? Der argentinische Aktienindex Merval ist bis zum Vormittag um sieben Prozent in die Höhe geschossen, nachdem das südamerikanische Land in der Nacht zum Mittwoch in die Pleite gerutscht war. Die Regierung von Präsidentin Kirchner hatte sich mit einigen Gläubigern, darunter mehrere US-Hedgefonds, nicht einigen können.

Der argentinische Peso bewegte sich im Vergleich zu Dollar Chart zeigenund Euro Chart zeigen kaum - wenig überraschend allerdings: Die Regierung kontrolliert den Handel mit der Währung, um den Abfluss von Kapital aus dem Land zu vermeiden.

Die weltweiten Börsen wurden von der Staatspleite Argentiniens dagegen nicht überrascht: Der deutsche Aktienindex Dax Chart zeigengab am Vormittag zwar um ein Prozent nach, den Handel an der Frankfurter Börse dominierten aber vor allem Unternehmensmeldungen. So stürzten etwa die Anteilsscheine von Adidas Chart zeigen um mehr als 15 Prozent ab, nachdem der Sportartikelhersteller seine Gewinnerwartung gesenkt hatte.

Auch bei anderen, frei handelbaren südamerikanischen Währungen machte sich der Zahlungsausfall Argentiniens nicht sonderlich bemerkbar: Euro und Dollar legten gegenüber dem brasilianischen Real oder dem chilenischen Peso leicht zu, jedoch jeweils um weniger als ein Prozent. Die Aktienmärkte der Länder bewegten sich ebenfalls nur wenig.

ade

insgesamt 17 Beiträge
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cirkular 31.07.2014
1. Die Globalisierung um jeden Preis
neigt sich dem Ende zu. Argentinisches Rind wird teuerer werden.
pepe_sargnagel 31.07.2014
2.
Zitat von cirkularneigt sich dem Ende zu. Argentinisches Rind wird teuerer werden.
Das Rind wird bspw. auch wegen der Globalisierung im Preis teurer. Nämlich dann, wenn die Nachfrage durch die ausländischen Kunden steigt und das Angebot nicht sofort nach Bedarf ausgeweitet werden kann. Die Globalisierung kann also als Erklärung für eine Preiserhöhung dienen - aber ebenso die mangelnde Globalisierung, wie Sie es darstellen? Was, wenn das Rind nicht mehr exportiert werden sollte? Das Fleisch dürfte für uns nicht mehr käuflich sein. Am Preis also merken wir nichts - nur auf dem Teller.
marckremer73 31.07.2014
3. Bravo Frau Kirchner
Eine bedachte und gute Entscheidung. Lassen Sie diese Geier ins leere laufen. Besser wäre es gewesen, wenn Sie sie nach Buenos Aires eingeladen hätten und sie vor Ort direkt verhaftet hätten. Solchen Scharlatanen gehört das Handwerk gelegt. Wie ein US-Gericht diesen Geiern auch noch recht geben kann, wundert da nur noch am Rande.
flitzpane 31.07.2014
4. Ist doch logisch, dass Aktien jetzt erstmal steigen...
ist doch zunächst mal ein Hafen, wenn der Staat finanziell kollabiert. Dennoch muss das "Pleiteproblem" gelöst werden (schön dazu: http://wp.me/p14g2B-v0). Vielleicht ja durch mehr Unabhängigkeit von den USA...
galbraith-leser 31.07.2014
5. Der Export von argentinischem Angus-Rind
ging in den letzten Jahren ohnehin drastisch zurück, damit die anhaltend hohe Nachfrage zuhause weiterhin gedeckt werden kann, ohne dass die Preise steigen. Dafür sinken die Exporterlöse. Um das auszugleichen, hat die Regierung Importeure verpflichtet, argentinische Güter im gleichen Wert zu exportieren. Ein japanischer Autohersteller handelt mit Soja, BMW hat sich auch darauf eingelassen. Nur iPhones gibt es deshalb in Argentinien nur wenige, denn Apple hat sich geweigert, im Gegenzug irgendetwas zu exportieren. Die Krise Argentiniens ist weitgehend selbstverschuldet - das ändert nichts am widerlichen Gebaren dieses Hedgefonds, der Anleihen billig aufgekauft hat, um nun das Maximum rauszuquetschen, anstatt zu verhandeln. But it takes two to Tango.
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