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20. September 2018, 18:44 Uhr

James-Bond-Marke

Aston Martin will Anfang Oktober an die Börse

Brexit hin oder her: Der britische Autobauer Aston Martin hat seine Pläne für einen Börsengang konkretisiert. Den EU-Austritt sieht Konzernchef Palmer auch als Chance im Wettbewerb mit der italienischen Konkurrenz.

Der britische Sportwagenhersteller Aston Martin strebt trotz des bevorstehenden Brexits an die Börse. Der Hersteller der legendären Fahrzeuge des Film-Geheimagenten James Bond erhofft sich bei dem Börsengang eine Bewertung von bis zu 5,07 Milliarden Pfund (5,71 Milliarden Euro). Das geht aus dem nun veröffentlichten Börsenprospekt hervor. Branchenexperten halten das Ziel für ambitioniert - auch wegen der möglichen Folgen des britischen EU-Austritts.

Ein Viertel der Anteile sollen bei dem Börsengang in London verkauft werden. Bisher gehört die ehemalige Tochter des US-Autobauers Ford Investoren aus Kuwait und Italien. Die Preisspanne für Aktien von Aston Martin wurde auf 17,50 bis 22,50 Pfund festgelegt. Der Ausgabepreis für die 57 Millionen Aktien soll am 3. Oktober festgelegt werden, die Erstnotiz ist für den 8. Oktober geplant.

Vorstandschef Andy Palmer, der Aston Martin über die vergangenen vier Jahren saniert hat, sieht den Brexit nach eigenen Angaben gelassen: "Für jedes Auto, das wir wegen eines zehnprozentigen Zolls in der EU nicht verkaufen, werden wir in Großbritannien vermutlich eines mehr absetzen, weil die Modelle von Ferrari oder Lamborghini hierzulande teurer werden", sagte er. Aston Martin fertigt ausschließlich im Vereinigten Königreich, 2019 soll ein neues Werk eröffnet werden.

Aston Martin warnt im Börsenprospekt jedoch auch selbst vor Risiken infolge des Brexits. Für die Übergangszeit habe man sich aber gewappnet, sagte Palmer. Das Unternehmen werde den Vorrat an Motoren und anderen Komponenten vor dem Austrittsdatum im März 2019 für bis zu fünf Tage aufstocken.

Vorstandschef Palmer sagte, das Interesse der Investoren sei "beispiellos". Er geht nun auf Werbetour. Er werde vor allem langfristige Anleger treffen, die an die Wachstumsstory von Aston Martin glaubten. "Die Preisvorstellungen erfordern ein hohes Maß an Vertrauen in die Pläne des Unternehmens", sagte Analyst Arndt Ellinghorst von Evercore ISI.

Nach sechs Verlustjahren schreibt Aston Martin erst seit 2017 wieder Gewinne. Der Kult-Sportwagenbauer war in seiner mehr als 100-jährigen Geschichte sieben Mal insolvent. Nach dem Ausverkauf von Jaguar, Bentley und Rolls-Royce wäre Aston Martin nach Jahren wieder der erste britische Autobauer an der Londoner Börse. Zuletzt hatte 2015 mit dem italienischen Rivalen Ferrari ein Luxusautobauer den Gang an die Börse gewagt.

dab/Reuters

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