Milliardenübernahme geplant Impfstoffentwickler AstraZeneca will Biotechunternehmen Alexion kaufen

Der britische Pharmakonzern AstraZeneca will für den US-Konkurrenten Alexion 39 Milliarden US-Dollar auf den Tisch legen. Ziel ist, das Geschäft mit Medikamenten gegen seltene Erkrankungen auszubauen.
AstraZeneca ist eins der Unternehmen, das an der Entwicklung eines Impfstoffs gegen Covid-19 beteiligt ist (Symbolbild)

AstraZeneca ist eins der Unternehmen, das an der Entwicklung eines Impfstoffs gegen Covid-19 beteiligt ist (Symbolbild)

Foto: DADO RUVIC / REUTERS

In der Pharmabranche ist eine Milliardenübernahme geplant: Der britische Arzneimittelhersteller AstraZeneca will seinen US-Konkurrenten Alexion für insgesamt 39 Milliarden US-Dollar kaufen. Das teilten die beiden Unternehmen am Samstag in Cambridge und Boston mit.

Mit dem Deal will AstraZeneca sein Geschäft mit Medikamenten für den Bereich Immunologie und für seltene Erkrankungen ausbauen, auf das Alexion spezialisiert ist. Das US-Unternehmen kommt aktuell auf einen Jahresumsatz von rund fünf Milliarden Dollar.

Die Aktionäre von Alexion , das in Boston ansässig ist, sollen 60 Dollar sowie 2,1243 Hinterlegungsscheine von AstraZeneca je Aktie erhalten. Dies entspricht einem Gesamtpreis von 175 Dollar je Aktie – ein Aufschlag von knapp 45 Prozent zum Schlusskurs von Alexion am Freitag. Die Verwaltungsratsgremien beider Parteien hätten der Übernahme zugestimmt, hieß es. Nun müssen noch die Aufsichtsbehörden und Aktionäre den Deal absegnen. Den Abschluss der Übernahme erwartet AstraZeneca im dritten Quartal nächsten Jahres. 

Alexion-Aktionäre sollen dann rund 15 Prozent an dem fusionierten Unternehmen halten. AstraZeneca erhofft sich Synergien von 500 Millionen Dollar jährlich ab dem Ende des dritten Jahres der Übernahme – und höhere Gewinne. Für die Übernahme hat AstraZeneca eine Brückenfinanzierung mit mehreren US-Banken über 17,5 Milliarden Dollar abgeschlossen.

»Mit dieser Akquisition können wir unsere Präsenz in der Immunologie verbessern«, teilte Pascal Soriot, CEO von AstraZeneca, mit. AstraZeneca ist eins der Unternehmen, die an der Entwicklung eines Impfstoffs gegen eine Covid-19-Erkrankung beteiligt sind. Zusammen mit der Universität Oxford entwickelte der Konzern einen Impfstoff, den die britischen und kanadischen Aufsichtsbehörden derzeit prüfen.

Auf dem Gebiet sind auch der US-amerikanische Arzneimittelhersteller Pfizer und das deutsche Unternehmen BioNTech tätig, die bereits einige Notfallzulassungen erhalten haben, sowie das US-amerikanische Biotechnologieunternehmen Moderna.

AstraZeneca hatte zuletzt angekündigt, es wolle bei der Impfstoffentwicklung auch mit Russland zusammenarbeiten und eine Kombination des eigenen Covid-19-Impfstoffs mit dem russischen Vakzin Sputnik V in klinischen Studien testen.

fok/AP/Reuters/AFP
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