Medien-Konzerne AT&T kauft Time Warner für 85 Milliarden Dollar 

Mega-Deal in der US-Medienbranche: Der Telekom-Anbieter AT&T übernimmt den Medienkonzern Time Warner. AT&T zahlt 107,50 Dollar pro Aktie.

AT&T-Filiale in New York
REUTERS

AT&T-Filiale in New York


Der US-Telekommunikationsriese AT&T kauft den Medienkonzern Time Warner für 85,4 Milliarden Dollar. Die Führungsgremien beider Unternehmen hätten das Geschäft einstimmig gebilligt, teilte AT&T mit. Inklusive der Schulden, die der Käufer übernimmt, liegt die Summe bei 108,7 Milliarden Dollar.

Dem Vorhaben müssen noch die Wettbewerbsbehörden zustimmen. AT&T-Chef Randall Stephenson zeigte sich zuversichtlich, mögliche Bedenken der Regulierungsbehörden auszuräumen. "Es wird kein Wettbewerber vom Markt verdrängt, es gibt keine Wettbewerbsbeschränkungen, die durch die Fusion dieser beiden Unternehmen entstehen", sagte er.

Es ist bereits die zweite Großübernahme von AT&T im Mediengeschäft in den letzten Jahren. 2014 hatte sich das Unternehmen für 48,5 Milliarden Dollar den Bezahlsender DirecTV einverleibt.

Im vergangenen Jahr hatte Time-Warner-Chef Jeff Bewkes eine Offerte von Rupert Murdochs Mediengruppe Twenty-First Century Fox über 80 Milliarden Dollar zurückgewiesen. Zu Time Warner gehören unter anderem die Sender HBO und CNN sowie das Filmstudio Warner Bros. Zudem hält das Unternehmen eine zehnprozentige Beteiligung am Netflix-Konkurrenten Hulu.

AT&T verkauft von Hause aus Mobilfunk- und Breitbanddienste, hat aber bereits mehrere Standbeine im Mediengeschäft. Außer DirecTV unterhält der Konzern eine Gemeinschaftsfirma, die in der Branche investiert und einen Videostreaming-Dienst aus der Taufe gehoben hat.

Die jüngsten Initiativen spiegeln massive Umwälzungen in den beteiligten Branchen wider. Zuschauer schauen sich Filme oder Sendungen zunehmend übers Internet an. Davon profitieren Online-Videotheken wie Netflix auf Kosten traditioneller TV-Sender. Zugleich decken sich Telekom-Unternehmen verstärkt mit Medieninhalten ein, um mehr Kunden zu gewinnen.

asa/cte/Reuters

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nucleoluss 22.10.2016
1. USA eben
Ja monopolisiert den Markt immer weiter. Irgendwann gibt es nur noch einen großen Medienkonzern und ein paar kleine Medienunternehmen, die aber kaum mehr wahrgenommen werden. Zum Teil hat der Trump hier recht, auch wenn ich diesen auf anderen Feldern der Wirtschaft korrupten gierigen Typen nicht abkann.
thequickeningishappening 22.10.2016
2. Ich lese, es gab ein Angebot von Fox
Soweit ich weiß ist Fox News traditionell republikanisch während CNN den Demokraten nahe steht. Nun ja, GroKo ist immer gut, siehe D?
TS_Alien 22.10.2016
3.
Der Kauf ist sicher über Kredite finanziert. Bei solchen Beträgen zahlen (fast) alle mit Giralgeld. Mich würde interessieren, wie hoch das Eigenkapital der beteiligten Banken bei diesen Krediten ist. Vermutlich setzen die Banken nur wenige Milliarden ein. Das Risiko ist damit für die Banken kaum vorhanden. Dann wäre es noch interessant, wer die Aktien besitzt. Wollen die Aktienbesitzer überhaupt ihre Aktien verkaufen? "Manchmal" habe ich das Gefühl, alle paar Jahre werden solche gigantischen Besitzerwechsel nur deswegen durchgezogen, damit die beteiligten Berater, Manager und Banken auf einen Schlag viel Geld kassieren können oder höhere Gehälter fordern können, weil der Konzern gewachsen ist. Mal sehen, wann dieser neue Gigant wieder in kleinere Teile zerlegt wird und wann die Teile wieder neu zusammengesetzt werden.
Cyman 22.10.2016
4. Das ist schon ein kleines Sümmchen
Kommt es mir nur so vor oder werden die Beträge für solche Fusions-Käufe immer extremer? Oder ist die Inflation inzwischen so weit fortgeschritten, dass 80 Milliarden in Wirklichkeit nur "Peanuts" sind, wie ein berühmtes Zitat es zu damals deutlich kleineren Beträgen zynisch kommentierte?
betaknight 23.10.2016
5. Interressant
Ich dachte die Telekommunikationsunternehmen nagen alle am Hungertuch weshalb man ja die Netzneutralität abschaffen will und dergleichen. So arm möchte ich auch einmal sein.
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