AT&T und Time Warner US-Regierung blockt Mega-Deal

Es soll einer der größten Deals des Jahres werden: Der US-Kommunikationsriese AT&T plant, mit dem Mediengiganten Time Warner zu fusionieren. Doch die US-Regierung will die milliardenschwere Übernahme mit einer Klage verhindern.
Randall Stephenson, CEO von AT&T

Randall Stephenson, CEO von AT&T

Foto: AFP

Das US-Justizministerium hat einen Milliarden-Deal zur Fusion des Medienunternehmens Time Warner mit dem Kommunikationsriesen AT&T zunächst verhindert. Das Justizministerium reichte am Montag Klage gegen die beabsichtigte Fusion  vor einem Bundesgericht in Washington ein. "Die geplante 108-Milliarden-Dollar Übernahme würde den Wettbewerb deutlich verkleinern und im Ergebnis zu höheren Preisen und weniger Innovation für Millionen Amerikaner führen", hieß es zur Begründung.

AT&T kündigte an, um die geplante Übernahme kämpfen zu wollen. Das Geschäft hätte nach Ministeriumsangaben ein Volumen von 108 Milliarden Dollar haben sollen, das sind umgerechnet etwa 92 Milliarden Euro.

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Im vergangenen Oktober hatte AT&T eine Vereinbarung erzielt, den Medienkonzern zu übernehmen (mehr Hintergründe dazu lesen Sie hier). Zu Time Warner gehören unter anderem der Sender HBO, die Filmstudios Warner Bros und der Nachrichtensender CNN. AT&T will sich mit der Übernahme unabhängiger vom Mobilfunkgeschäft machen, wo kleinere Rivalen wie die Telekom-Tochter T-Mobile und Sprint Druck ausüben.

Kritiker werfen der Regierung von Präsident Donald Trump vor, mit dem staatlichen Einschreiten vor allem die Abspaltung des Senders CNN betreiben zu wollen. Trump hatte CNN in den vergangenen Monaten immer wieder kritisiert. Der Präsident wird dort meist in kritischem Licht dargestellt.

Das Justizministerium begründete seinen Einspruch  mit negativen Folgen für die US-Verbraucher: Die Kosten für Kabel-Abos würden steigen, die Innovationskraft sinke. Die Behörde befürchtet zudem, dass von Time Warner   produzierte Inhalte im Falle der Fusion nicht mehr von anderen Kabelanbietern verbreitet werden könnten oder dafür immens hohe Gebühren aufgerufen würden. AT&T selbst habe so argumentiert, als andere Fusionen in der Branche angestanden hätten.

AT&T hält diese Argumente nicht für stichhaltig. Das Unternehmen sei zuversichtlich, dass das Gericht die Behauptungen der Regierung zurückweisen und den Kauf erlauben werde, sagte Chefanwalt David McAtee laut einer Mitteilung .

aar/dpa/Reuters