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18. Januar 2016, 08:04 Uhr

Iran-Sanktionen

Atomabkommen drückt Ölpreis auf tiefsten Stand seit 2003

Das Ende der internationalen Sanktionen gegen Iran hat die Ölpreise auf den tiefsten Stand seit rund 13 Jahren gedrückt. An den asiatischen Börsen sackten die Kurse zunächst deutlich ab.

Nach dem Atomabkommen mit Iran hat die internationale Staatengemeinschaft die Sanktionen aufgehoben - das Land kann also auch mit seinem Erdöl wieder auf den Weltmarkt zurückkehren. Zum Handelsauftakt an den asiatischen Börsen reagierten die Ölpreise zunächst deutlich: Der Preis für Öl der führenden Nordseesorte Brent fiel zeitweise mehr als zwei Prozent auf 27,67 Dollar je Barrel (rund 159 Liter) und war damit so billig wie seit 2003 nicht mehr. US-Öl gab bis auf 28,36 Dollar pro Fass nach.

Da Iran wieder mehr Öl verkaufen könne, erhöhe dies den Abwärtsdruck auf die Preise, sagten Analysten. Die Ölpreise sind seit Mitte 2014 um 75 Prozent eingebrochen, seit Anfang 2016 um über 25 Prozent. Grund sind ein Überangebot und eine zugleich maue Nachfrage wegen trüber Konjunkturaussichten.

Am Markt herrschte zuletzt die Sorge, dass der Preisverfall ungebremst weitergehe. Die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) hatte am Samstag Iran bescheinigt, alle Verpflichtungen des Atomabkommens vom vergangenen Juli erfüllt zu haben. Die USA und die Europäische Union heben daher ihre Finanz- und Wirtschaftssanktionen auf - damit fallen unter anderem viele Beschränkungen im Finanzwesen und im Energiesektor.

Billiges Öl behindert Ausbau alternativer Energien

In Deutschland warnen Fachökonomen vor den Folgen der fallenden Ölpreise für den Ausbau der erneuerbaren Energien. "Je niedriger die Preise fossiler Energien sind, umso teurer sind die alternativen Energien oder Effizienzmaßnahmen", sagte Harald Hecking vom Energiewirtschaftlichen Institut der Universität Köln der Nachrichtenagentur dpa.

In Bereichen wie Wärme und Verkehr, wo Erdöl eine relevante Rolle spielt, hätten es die regenerativen Träger ohnehin schon schwer. "Je niedriger der Ölpreis ist, umso herausfordernder wird es, Erneuerbare in diesen Sektoren auszubauen", meinte Hecking.

Öl sei in vielen Sektoren bisher kaum oder nur unter sehr hohen Kosten zu ersetzen, betonte der Energieökonom. Daher werde der Rohstoff sowohl im deutschen als auch im weltweiten Energiemix weiter sehr wichtig bleiben. Geplant ist eigentlich, dass der Ökostrom-Anteil bis 2050 auf 80 Prozent steigt. Ziel ist es, das Klima zu schützen und eine größere Unabhängigkeit von fossilen Energieträgern wie Kohle, Erdgas und Erdöl zu erreichen.

Die Talfahrt der Benzin- und Dieselpreise erschwert laut Hecking zudem den von der Bundesregierung angestrebten Ausbau der Elektromobilität. Bis 2020 sollen eine Million E-Autos über Deutschlands Straßen rollen, derzeit sind es aber nur einige Zehntausend.

nck/dpa/Reuters

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