Atomausstieg Vattenfall fürchtet Milliardenverlust

Die Energiewende wird teuer - auch für die Stromkonzerne. Das schwedische Unternehmen Vattenfall rechnet für das zweite Quartal mit einem Minus in Milliardenhöhe. Andere Energiekonzerne machen indes Ernst im Streit um den Atomausstieg.

AKW-Brunsbüttel: Vattenfall fordert "faire Entschädigung"
dapd

AKW-Brunsbüttel: Vattenfall fordert "faire Entschädigung"


Stockholm - Den Energiekonzern Vattenfall Chart zeigen kommt der deutsche Atomausstieg teuer zu stehen. Das schwedische Unternehmen rechnet für das zweite Quartal mit Gewinneinbußen von 1,1 Milliarden Euro (10 Milliarden Kronen). Im ersten Quartal lag der Betriebsgewinn bei knapp 1,3 Milliarden Euro. Der Buchwert von zwei Reaktoren müsse verringert und die Rückstellungen für den Abbau der Meiler erhöht werden, teilte Vattenfall am Mittwoch mit.

Auf den Staatskonzern entfielen zuletzt etwa sieben Prozent der Atomkraft in Deutschland. Vattenfall ist mit 66,7 Prozent am Kraftwerk Brunsbüttel und mit 50 Prozent am Kraftwerk Krümmel beteiligt und Betreiber beider Anlagen. Beide AKW dürfen laut Beschluss nicht wieder angefahren werden.

Vattenfall-Chef Øystein Løseth hat in Interviews eine "faire Entschädigung" von der Bundesregierung für die Folgen des deutschen Atomausstiegs verlangt. Er hatte dabei aber auch erklärt, dass sein Unternehmen dank seiner deutschen Kohlekraftwerke von höheren Strompreisen infolge des Atomausstiegs profitieren könne.

Unterdessen machen die beiden größten deutschen Energiekonzerne RWE und E.on Ernst im Streit um den Atomausstieg: Gemeinsam haben sie die erste Klage gegen die umstrittene Brennelementesteuer eingereicht. Mit der Klage wollen die Konzerne verhindern, dass sie die zusammen mit der Laufzeitverlängerung für Reaktoren beschlossene Brennelementesteuer trotz des Atomausstiegs zahlen müssen.

sar/dpa/Reuters/dapd



insgesamt 20 Beiträge
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erwinF. 22.06.2011
1.
Durch die Klagen der Konzerne kann es noch teurer werden. Hach, warum leben wir denn eigentlich in einem Rechtsstaat, so dass man den Staat verklagen kann? Völlig unnutz sowas!
ddkddk 22.06.2011
2. Vom Jammern wird man nicht arm
Das AKW Brunsbüttel ging 1976 in Betrieb und müsste deshalb längst abgeschrieben sein. Das AKW Krümmel ging 1984 in Betrieb und dürfte keinen großen Restwert mehr haben. Beide AKW sind äußerst störanfällig und unzuverlässig. Brunsbüttel ist deshalb seit Juli 2007 außer Betrieb und Krümmelmonster seit Juli 2009. Wahrscheinlich hat Vattenfall durch diesen Nicht-Betrieb seitdem so einen gewaltigen Gewinn gemacht, der durch den endgültigen Nicht-Betrieb jetzt wegfällt. Im ersten Quartal lag der Betriebsgewinn bei 1,3 Milliarden Euro. Preisfrage: Wieviel davon rührten wohl aus den stillliegenden AKW? Wieviel spart wohl Vattenfall dadurch, dass es nun nicht mehr versuchen mussen, diese AKW betriebsbereit zu halten bzw. zu machen?
adam68161 22.06.2011
3. Nichts als recht und billig
ist es, wenn die Brennelementesteuer wegfällt und die heutigen Versorgungsunternehmen eine Entschädigung für die vorzeitige Abschaltung der AKW erhalten. Gut, es gab eine Änderung in der öffentlichen Einstellung gegenüber der Atomkraft. Dennoch müssen Verträge eingehalten werden! Nehmt doch dafür die Steuermehreinnahmen.
roflem 22.06.2011
4. -
Ich sehe schon die üblichen Verdächtigen aus der Armwaltsbranche wie sie sich die Hände reiben ob der Streitwerte mit denen sie gegen die Regierung klagen werden....am Ende werden wie üblich nur die Kanzleien gewinnen!
n+1 22.06.2011
5. Es ist ein Kreuz
Zitat von sysopDie Energiewende wird teuer - auch für die Stromkonzerne: Das schwedische Unternehmen Vattenfall rechnet für das zweite Quartal mit einem Minus in Milliardenhöhe. Andere Energiekonzerne machen*indes Ernst im Streit um den Atomausstieg. http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,769961,00.html
Die Atomwirtschaft hat doch, wie wohl jeder weiß, in den letzten 50 Jahren 100 oder 200 oder 300 Mrd an Subventionen erhalten. Und plötzlich soll das Abschalten der AKWs pro Jahr zu Steuerausfällen von 3-4 Mrd. führen? Ja wie passt das den zusammen?
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