Signal an Russland Polen lässt erstes AKW von US-Firma bauen

Der US-Konzern Westinghouse soll unweit der Ostseeküste Polens erstes Kernkraftwerk errichten. Zusammen mit weiteren Anlagen soll es das Land von der Kohle befreien – zu einem enormen Preis.
Westinghouse-Kernkraftwerksprojekt in Georgia (USA)

Westinghouse-Kernkraftwerksprojekt in Georgia (USA)

Foto: Kyodo News / IMAGO

Polen lässt sein erstes Atomkraftwerk von der US-Firma Westinghouse Electric bauen. Ministerpräsident Mateusz Morawiecki gab die bereits seit Längerem erwartete Entscheidung am Freitag per Twitter bekannt: »Wir bestätigen, dass unser Kernenergieprojekt die zuverlässige und sichere Technologie von @WECNuclear nutzen wird.«

Standort für das erste Kraftwerk soll Choczewo nahe der Ostsee sein, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg. Der Ort liegt etwa 75 Kilometer nordwestlich von Danzig. Der erste Reaktor soll 2033 in Betrieb genommen werden.

Polen will seinen CO2-Ausstoß reduzieren und sich ganz von der Kohle verabschieden. Das Land setzt außerdem auf den Bau von Offshore-Windparks und Solarkraftwerken.

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Westinghouse konkurrierte mit Südkoreas staatlichem Unternehmen Korea Hydro Nuclear Power, das im April ein Angebot abgegeben hatte. Auch französische Unternehmen waren im Gespräch.

Die Regierung in Warschau will insgesamt bis zu sechs Kernkraftwerke mit einer Kapazität von sechs bis neun Gigawatt bauen. Erzeugungsanlagen mit dieser Kapazität können Strom für etwa 15 bis 22,5 Millionen Haushalte produzieren, legt man eine Rechnung des deutschen Betreibers RWE  mit Blick auf den hiesigen Strommarkt zugrunde.

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Die Zusammenarbeit sei unter Mithilfe von Vizepräsidentin Kamala Harris und Energieministerin Jennifer Granholm zustande gekommen, sagte ein Vertreter des US-Präsidialamtes. »Die US-Partnerschaft bei diesem Projekt ist für uns alle von Vorteil: Wir können die Klimakrise angehen, die europäische Energiesicherheit stärken und die strategischen Beziehungen zwischen den USA und Polen vertiefen«, erklärte Harris in einem Tweet.

Der Deal sorge dafür, dass Russland Energie nicht als Waffe einsetzen könne, sagte Granholm. Das 40-Milliarden-Dollar-Projekt werde 100.000 Arbeitsplätze in den USA sichern oder schaffen.

nis/Reuters
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