Atomwende in Deutschland Turbo-Ausstieg würde rund 170 Milliarden Euro kosten

Die Fukushima-Katastrophe befeuert die deutsche Energiedebatte: Viele wollen nur noch raus aus der Atomkraft. Aber wie schnell geht das? Experten halten den Turbo-Ausstieg bis 2020 für möglich. Er wäre allerdings teuer - und würde die Landschaft total verändern.
Offshore-Windpark vor Borkum in der Nordsee: Der schnelle Atomausstieg würde teuer

Offshore-Windpark vor Borkum in der Nordsee: Der schnelle Atomausstieg würde teuer

Foto: dapd

Leistung der sieben Altmeiler plus Krümmel

Kraftwerk Betriebsstart Nettoleistung in MW
Brunsbüttel 1977 771
Isar I 1979 878
Neckarwestheim 1 1976 785
Philippsburg I 1980 890
Biblis A 1974 1167
Biblis B 1976 1240
Unterweser 1978 1345
Krümmel 1984 1346
Gesamt 8422
Quelle: Bundesumweltministerium, Bundesamt für Strahlenschutz, IAEA - Power Reactor Information System, Informationskreis KernEnergie

Installierte Bruttoleistung aller Kraftwerke in Gigawatt

Kraftwerk 2010 2020
Steinkohle 28,9 24,4
Braunkohle 22,2 18,5
Erdgas, Öl, Wasserstoff 26,9 29,3
Atom* 19,6 4,0
Wasser** 4,4 4,7
Wind 27,7 45,7
Photovoltaik*** 17 51,8
Biomasse 5 8,2
Geothermie 0,0 0,3
EE-Import aus EU 0,0 0,6
Quelle: BMU, Fraunhofer Institut für Windenergie und Energiesystemtechnik IWES
*ohne Laufzeitverlängerung **nur Laufwasser, ohne Pumpspeicher (5 Gigawatt) ***aktualisierter Wert laut BMU-Statistikbericht vom 15.3.2011, zu berücksichtigen ist, dass die Photovoltaik trotz hoher installierter Leistung - je nach Sonnenscheindauer - nur einen geringen Anteil zur Gesamtstromerzeugung beiträgt.

Gesicherte Leistung erneuerbarer Energien 2020

Energieerzeugung Kapazität in Gigawatt
Kraft-Wärme-Kopplung 2,2
Biomasse 1,2
Biomethan 2,0
Holz-Kondensations-Kraftwerke 1,0
Pumpspeicherkraftwerke 4,8
Wasserkraft 2,4
Windkraft 2,6
Solar 0,3
Geothermie 0,1
Gesamt 16,6
Quelle: BMU, IWES
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Foto: SPIEGEL ONLINE
Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Fassung dieses Artikels waren die nötigen Investitionen für einen Ausstieg aus der Atomkraft bis 2020 auf rund 230 Milliarden Euro beziffert. Die Berechnung war nicht korrekt, da sie auch Investitionen für den Wärmesektor umfasste - diese sind für einen Ausstieg aus der Kernenergie nicht nötig. Wir haben die Rechnung korrigiert und bitten, den Fehler zu entschuldigen.