Warenhauskonzern Galeria Kaufhof Karstadt Auch Karstadt-Sports-Filialen müssen schließen

Der angeschlagene Warenhauskonzern Galeria Karstadt Kaufhof wird bundesweit nicht nur mehr als ein Drittel aller Filialen schließen, sondern auch mindestens zehn Niederlassungen der Tochter Karstadt Sports.

Zusätzlich zur geplanten Schließung von Dutzenden Filialen der Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof werden viele Niederlassungen der Tochter Karstadt Sports dichtgemacht. Der Nachrichtenagentur dpa zufolge werden 20 der 30 Filialen geschlossen, wie der SPIEGEL von einem Insider erfuhr, sind davon unter anderem betroffen die Filialen in Wiesbaden, Frankfurt am Main, Kiel, München, Köln, Hanau, die Hamburger Filiale in der Mönckebergstraße, Rosenheim, Düsseldorf und Norderstedt. Demnach wurden die Geschäftsleitungen der betroffenen Filialen am Samstagnachmittag informiert.

Die Verhandlungen hätten bis zum frühen Morgen gedauert, hieß es laut dpa. Die Geschäftsführung von Galeria Karstadt Kaufhof hatte die Maßnahmen am Freitag als unvermeidlich bezeichnet. "Wir wissen, was dies für die betroffenen Mitarbeiter bedeutet. Aber dieser Schritt ist ohne Alternative, weil diese Filialen den Gesamtbestand des Unternehmens gefährden", sagte der Generalbevollmächtigte Arndt Geiwitz. Letztlich gehe es darum, Galeria Karstadt Kaufhof und damit viele Tausend Arbeitsplätze zu sichern.

Am Freitag hatte der Warenhauskonzern die Schließung von insgesamt 62 seiner 172 Warenhäuser angekündigt. Nach Angaben des Gesamtbetriebsrates werden dadurch insgesamt 5317 Mitarbeiter ihre Arbeit verlieren. Der Konzern hat derzeit noch 28.000 Beschäftigte. Insgesamt will der Konzern Filialen in 47 Städten schließen.

Vor einigen Filialen in Berlin versammelten sich am Samstagvormittag Menschen, um gegen die geplante Schließung zu demonstrieren. In der Hauptstadt sollen sechs von elf Warenhäusern geschlossen werden. Davon könnten nach Gewerkschaftsangaben rund 1000 der etwa 2100 Beschäftigten betroffen sein.

Angesichts der angekündigten Schließung Dutzender Filialen der Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof warnen Kommunen und Politik vor einem Aussterben der Innenstädte. Eine zentrale Rolle kommt dabei den Immobilieneigentümern zu.

Der Center-Manager ECE als einer der großen Vermieter kündigte weitere Gespräche an. "Solange noch nichts endgültig entschieden ist, wollen wir versuchen, weiter mit Karstadt Kaufhof zu verhandeln und für die Standorte zu kämpfen", sagte Steffen Eric Friedlein, Geschäftsführer Vermietung der ECE, am Samstag in Hamburg. Zwölf der 172 Standorte des Konzerns befinden sich - oftmals schon seit Jahrzehnten - in verschiedenen von der ECE betriebenen Shoppingcentern und seien zu einem großen Teil von den Schließungsplänen betroffen.

ala/nck/dpa
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