Halbleitermangel 10.000 Audi-Beschäftigte müssen in Kurzarbeit

In Ingolstadt und Neckarsulm müssen Tausende Audi-Beschäftigte ihren Sommerurlaub verlängern, weil Halbleiter fehlen. Mehrere Tausend Autos können nicht pünktlich gebaut werden.
Audi-Werk in Neckarsulm: Stockende Produktion

Audi-Werk in Neckarsulm: Stockende Produktion

Foto: A2411 Norbert Försterling/ dpa

Bei Audi stockt wegen fehlenden Halbleitern die Produktion. Im Stammwerk Ingolstadt stehen alle Bänder bis zum 30. August still: auf der Linie 1 wegen Umbauarbeiten für den Produktionsstart des vollelektrischen Q6 etron, auf den beiden anderen Linien wegen Chipmangel. 6000 Mitarbeiter müssen deshalb in Kurzarbeit. Auch im Werk in Neckarsulm steht die Fertigung mehrere Tage weitgehend still. Etwa 4000 Angestellte können deshalb nicht wie geplant arbeiten.

Für September hat Audi ebenfalls vorsorglich Kurzarbeit angemeldet, aber zugleich Zusatzschichten an mehreren Wochenenden geplant. Audi hat volle Auftragsbücher, konnte aber wegen fehlender Bauteile schon im ersten Halbjahr etwa 50.000 Autos nicht bauen.

Wenn die Bauteile dann endlich geliefert werden, versucht das Unternehmen die Produktion aufzuholen. »Man muss von Woche zu Woche planen«, sagt ein Sprecher. »In der Vergangenheit mussten auch schon geplante Zusatzschichten wieder abgesagt werden.«

Finanzvorstand Jürgen Rittersberger hatte schon im Juli angekündigt, dass es wegen Halbleitermangel im August und September zu weiteren Produktionsausfällen und Kurzarbeit kommen könne. Wo möglich, würden die Chips in Fahrzeuge mit dem höchsten Gewinnbeitrag und dem geringsten CO2-Ausstoß eingebaut.

Auch anderen Autobauern fehlen Mikrochips. BMW könnte nach den Worten von Finanzvorstand Nicolas Peter ohne die Engpässe dieses Jahr wohl 70.000 bis 90.000 Autos mehr verkaufen. »Im Moment sind aber alle Werke weltweit gut versorgt«, sagte ein BMW-Sprecher auf Nachfrage. In Leipzig laufe die Produktion normal, in München und Dingolfing laufe sie nach den Sommerferien wie geplant wieder an.

ssu/dpa-AFX