Dieselskandal Staatsanwaltschaft durchsucht Audi-Zentrale

Bei Audi ist es nach SPIEGEL-Informationen zu einer Razzia gekommen. Ermittler durchsuchten unter anderem das Vorstandsgebäude. Die Behörden prüfen schon länger, wegen des Abgasskandals gegen Audi zu ermitteln.
Audi-Zentrale in Ingolstadt

Audi-Zentrale in Ingolstadt

Foto: © Michael Dalder / Reuters/ REUTERS

Bei Audi haben Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch die Zentrale in Ingolstadt durchsucht. Auch der Standort Neckarsulm war betroffen. Das bestätigte das Unternehmen dem SPIEGEL auf Anfrage.

Die Staatsanwaltschaft München II teilte mit, sie habe wegen der Diesel-Abgasaffäre ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt wegen des Verdachts des Betruges und der strafbaren Werbung eingeleitet. Die Münchner Staatsanwälte prüften schon seit Längerem, wegen des Dieselskandals Ermittlungen gegen Verantwortliche bei Audi   aufzunehmen. Bislang ermittelte nur die Staatsanwaltschaft Braunschweig gegen mehrere Dutzend Verantwortliche, vor allem aus den Reihen des Volkswagen-Managements.

"Ich kann bestätigen, dass die Staatsanwaltschaft in Ingolstadt und Neckarsulm zugegen ist", sagte Audi-Sprecher Jürgen De Graeve am Mittwochmorgen. Zu den Hintergründen wollte er sich mit Verweis auf laufende Ermittlungen nicht äußern. Das Unternehmen werde jedoch "vollumfänglich kooperieren". Der Konzern stellt am Mittwoch seine Jahresbilanz vor.

Zuletzt hatte der ehemalige Leiter der Dieselmotorenentwicklung, Ulrich Weiß, in seinem Arbeitsgerichtsprozess schwere Vorwürfe gegen Audi-Chef Rupert Stadler erhoben (Lesen Sie mehr dazu auf SPIEGEL PLUS). Dieser habe frühzeitig von den Manipulationen an Audis Drei-Liter-Dieselmotoren erfahren.

Die Audi-Mutter Volkswagen   hatte im September 2015 die Manipulation von Abgaswerten bei weltweit elf Millionen Dieselautos eingestanden. Der Konzern sieht sich mit zahlreichen Klagen und milliardenschweren Schadensersatzforderungen konfrontiert. Zuletzt hatten australische Behörden angekündigt, nach VW auch Audi zu verklagen.

haw/dab
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