Medienbericht Audi-Chef musste Bier-Sause nachträglich selbst zahlen

Diese Feier war eindeutig privater Natur: Laut einem Zeitungsbericht musste Audi-Chef Stadler 12.500 Euro für einen "Bier-Contest" nachzahlen. Der Mutterkonzern VW wollte die Kosten nicht übernehmen.

Rupert Stadler (Archivbild)
REUTERS

Rupert Stadler (Archivbild)


Es hat schon bessere Zeiten für Top-Manager gegeben. Etwa als es noch halbwegs normal war, mit dem Hubschrauber zwischen dem Wohn- und dem Arbeitsort zu pendeln oder als Luxusreisen noch als Firmenkosten durchgingen.

Dass diese Zeiten Geschichte sind, zeigt ein Beispiel aus dem skandalgeschüttelten Volkswagen-Konzern. Dort schaute die Konzernrevision zuletzt sehr genau hin, wie die "Bild am Sonntag" berichtet. So musste Audi-Chef Rupert Stadler aus eigener Tasche Kosten für eine Party übernehmen, die zuvor über das Unternehmen abgerechnet worden waren.

Die Prüfer des Audi-Mutterkonzerns VW sollen demnach auf eine Veranstaltung am 19. Mai 2015 im noblen Wolfsburger Gästehaus "Rothehof" gestoßen sein. Dort feierten rund 30 Top-Manager den "Bier-Contest Bayern gegen Rheinland", berichtet die Zeitung. Eingeladen hatte unter anderem Audi-Chef Stadler.

Bei der Party gab es der Zeitung zufolge Helles und Kölsch, aus Bayern wurde eine Blaskapelle eingeflogen, aus Köln die Karnevalsband Die Höhner. Weitere (Star-)Gäste waren Reiner Calmund und Django Asül.

Die Rechnung für den Abend zahlte der Konzern. Vorerst. Denn die Revision stufte laut "BamS" die Bier-Sause als rein private Veranstaltung ein und forderte die Veranstalter auf, die Kosten aus eigener Tasche nachzuzahlen. Darunter war auch Stadler, der daraufhin 12.500 Euro überwies.

Audi wollte den Bericht auf Anfrage von SPIEGEL ONLINE nicht kommentieren.

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insgesamt 98 Beiträge
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wiede7 31.07.2016
1. Und ein einfacher Mitarbeiter wäre gekündigt worden
Wenn er auf Firmenkosten 12500 Euro für private Zwecke ausgegeben hätte. Zumal er das Geld nicht von sich aus zurückzahlt, sondern erst nach Aufforderung durch das Controlling.
richardheinen 31.07.2016
2.
Diese Einstellung - Saus und Braus auf Kosten anderer - greift immer mehr um sich. An sich Kleinkram im Vergleich zu den ordinär hohen Vorstandsgehältern und den Boni, die selbst in Zeiten negativer Betriebsergebnisse fällig werden, aber bezeichnend für die Denkweise dieser selbstgefälligen Truppe.
ec.lipse 31.07.2016
3. richtig so ... (ein paar wirre Gedanken)
wer im Berufsleben eine Sause macht, soll sie auch selber zahlen. (Es wird ohnehin viel zu viel gefeiert in "größeren" Firmen - obwohl in diesem Beispiel etwas Demut angebrachter ist. Ja, ok - das war vor dem Skandal ... ) Es zeigt sich auch immer wieder, dass auch "Top" Manager (was auch immer das ist) auch nur Menschen sind. Mag sein, dass der feine Herr für tausende Arbeitsplätze die Verantwortung hat und dafür auch entsprechend entlohnt werden "darf" - dann soll er aber auch mit gutem Beispiel voran gehen und seine "Privatfeiern" selbst bezahlen, macht ja unsereiner auch .... und wenn es eben mal "etwas" teurer wurde, dann haut man die "Kumpels" an ... vermutlich ist das aber nicht "chic" in diesen Kreisen .... und mal ehrlich - ich selber will es gar nicht, dass mein Arbeitgeber weiß, an welchen Feiern ich teilnehme ... Alles in allem kann man aber nur hoffen, das alle Spaß hatten und das Servicepersonal ordentlich Trinkgeld bekommen hat - da die Annahme, dass der Arbeitgeber das zahlt - ja die Brieftasche etwas lockerer sitzen lässt (das ist nur eine Annahme).
cm1 31.07.2016
4. Ausnahme
Mich würde mehr interessieren, wie viele Rechnungen für private Vergnügen nach wie vor bezahlt, insbesondere wenn die Angestellten in der Prüfungsstelle nicht unabhängig sind. Die Tatsache, dass viele Compliance-Abteilungen unzureichend funktionieren, beweist, dass Untergebene schlecht wirksam kontrollieren können, wenn Vorgesetzte involviert sind. Auch die Behandlung von Whistleblowern schreckt eher ab, Missstände aufzudecken.
Tadeuz2 31.07.2016
5. Kündigen!
12.500 Euro nachzahlen? Portokasse. Schwamm drüber. Persönliche Konsequenzen? Fehlanzeige. Ein kleiner Angestellter wäre schon schon längst gefeuert. Mindestens eine Abmahnung. Und Herr Stadler? Nichts.
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