VW-Abgasskandal Audi trennt sich von Entwicklungschef

Der Nächste, ohne Bitte: Der Abgasskandal im Volkswagen-Konzern bringt nun den Entwicklungsvorstand von Audi zu Fall. Stefan Knirsch war ein Hoffnungsträger, jetzt hat er das Unternehmen verlassen.

Stefan Knirsch
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Stefan Knirsch


Audi hat sich von seinem Technikvorstand Stefan Knirsch getrennt. Der 50-Jährige, der seinen Posten erst im Januar angetreten hatte, "legt seine Funktion mit sofortiger Wirkung nieder und verlässt das Unternehmen im Einvernehmen mit dem Aufsichtsrat", teilte Audi mit.

Audi-Chef Rupert Stadler verliert mit Knirsch einen Hoffnungsträger, der die VW-Tochter nach viel Kritik in der Vergangenheit technisch deutlich voranbringen sollte.

Die VW-Tochter nannte keine Gründe für die Trennung. Im Umfeld des VW-Konzerns wurde jedoch bestätigt, dass die US-Kanzlei Jones Day bei ihren Ermittlungen zum Dieselskandal im Auftrag des VW-Aufsichtsrats Informationen gefunden hat, die Knirsch massiv belasteten. Außerdem sollen auch Mitarbeiter Knirsch belastet haben.

Knirsch soll demnach bereits früh von den Manipulationen an den Dieselmotoren gewusst haben. Er war mit Unterbrechungen seit 1990 bei Audi und Porsche tätig, seit 2013 hatte er die Motorenentwicklung der VW-Tochter Audi geleitet. Knirsch ist der vierte Audi-Entwicklungschef in vier Jahren, der den Posten aufgibt. Er war im Dezember als Nachfolger von Ulrich Hackenberg berufen worden, der im Zuge des Abgasskandals abgelöst wurde.

Der Skandal bringt mittlerweile auch Audi-Chef Rupert Stadler in Bedrängnis. Nach Informationen des SPIEGEL hielten die Anwälte der Kanzlei Jones Day ihm jüngst einen Auftritt in den USA vor. Zentraler Punkt sei gewesen, dass der Audi-Chef bei einer Präsentation zum Dieselskandal in den USA Unterlagen zurückgehalten habe.

msc/dpa/Reuters

insgesamt 15 Beiträge
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topsykrett 26.09.2016
1. Abfindung?
Ich gehe davon aus, dass seine Abfindung höher sein wird, als alles was jeder andere in Summe jemals in seinem Leben verdienen wird. Und ein Job wo anders ist ihm bestimmt schon sicher, denn er ist ja einer unserer erstklassigen "Top-Manager" ;-)
schlauchschelle 26.09.2016
2. Das ganze Geflecht
bei VW-Audi ist wie der Ölsumpf eines Motors: undurchdringlich, schmierig und tiefschwarz. Bin echt gespannt, wann Stadler und Müller die Tür nach außen öffnen müssen. Wie eigentlich jeder weiß: der Fisch stinkt vom Kopf. Von wegen, irgendwelche wilden, zu Hackern mutierte Techniker und kleine Ingenieure haben die Manipulation Samstags bei einem Bier beschlossen, um VW was gutes zu tun...
DerNachfrager 26.09.2016
3. Das wollte ich auch gerade sagen: Das Büro des Audi-Entwicklungschefs...
...hat offenbar seit etlichen Jahren eine Drehtür.
rainer_daeschler 26.09.2016
4. Rettungsaktion
Wenn ein großes Tier in einem Unternehmen nach der Anklage so schnell vor die Tür gesetzt wird, dann nur, um einem noch größerem Tier den A.... zu retten.
i.dietz 26.09.2016
5. Leichen im Keller ?
Nach so kurzer Zeit geschasst mit Abfindung ? Ich gehe deshalb davon aus, dass Mr. Knirsch dafür die Klappe hält, wo die "Leichen" der anderen Manager-Eliten des Unternehmens im Keller liegen - oder etwa nicht ? Es "stinkt" jedenfalls !
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