Abgasskandal US-Anwaltskanzlei verklagt Audi

Der Abgasskandal könnte noch größer werden: Eine US-Anwaltskanzlei hat eine Sammelklage gegen die VW-Tochter Audi eingereicht. Dieses Mal soll mit Messwerten des Klimagases CO2 getrickst worden sein.
Audi Q5

Audi Q5

Foto: DPA

Die Volkswagen-Tochter Audi bekommt wegen neuer Vorwürfe im Abgasskandal noch mehr rechtlichen Ärger in den USA. Die Anwaltskanzlei Hagens Berman aus Seattle teilte am Mittwoch mit, die erste Sammelklage im Namen von Autobesitzern wegen angeblicher Manipulation von Emissionswerten bei Benzinern mit 3,0-Liter-Motoren eingereicht zu haben. Betroffen seien die Modelle A6, A8, Q5 sowie wahrscheinlich auch Q7 und möglicherweise noch weitere Audi mit Automatikgetriebe.

Zuvor hatte die "Bild am Sonntag" unter Berufung auf bislang unveröffentlichte Erkenntnisse des kalifornischen Umweltamts CARB über den Einsatz einer weiteren illegalen Abgastechnik bei Audi berichtet. Damit soll bei Messwerten des schädlichen Klimagases CO 2 getrickst worden sein - auch bei Benzinern. Das würde bedeuten, dass der Skandal, bei dem es bislang um den Ausstoß des Schadstoffs Stickoxid bei Dieselwagen ging, eine neue Dimension erhalten würde.

"Wir verhandeln eng und intensiv mit den Behörden über eine Lösung im Sinne unserer Kunden", sagte ein Audi-Sprecher. Zu Details wollte er sich nicht äußern. Der Hersteller ringt bereits mit zahlreichen US-Klägern um einen Vergleich wegen verbotener Abgasprogramme bei mehr als 80.000 Dieselwagen.

Trotz des bereits laufenden Skandals habe Audi Kunden mit einer weiteren Manipulations-Software betrogen, die sogar in noch mehr Fahrzeugen installiert worden sei, so der Vorwurf von Klägeranwalt Steve Berman.

Dieselabgase von Renault: Pariser Behörde schaltet Justiz ein

Die französische Justiz beschäftigt sich derweil mit Abgaswerten von Renault -Dieselfahrzeugen. Die Wettbewerbsbehörde DGCCRF habe ihre Ermittlungsergebnisse an die Staatsanwaltschaft von Nanterre bei Paris übermittelt, teilte der zuständige Wirtschafts- und Finanzminister Michel Sapin am Mittwoch in Paris mit.

Die Untersuchungen der Wettbewerbsbehörde beruhten auf Tests, Anhörungen von Mitarbeitern des Unternehmens und Unterlagen, die bei einer Durchsuchung von Firmenräumen sichergestellt worden seien. Die Untersuchungen waren nach dem Skandal um manipulierte Abgaswerte bei Volkswagen ins Rollen gekommen.

Renault ist nach eigenen Angaben entschlossen, seine Rechte geltend zu machen. Der Konzern bekräftigte, er halte nationale und europäische Gesetzgebung ein und habe in seinen Fahrzeugen keine betrügerische Software eingesetzt. Der französische Staat hält 20 Prozent der Anteile an dem Autobauer.

ssu/dpa-AFX
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