Dieselskandal Staatsanwaltschaft klagt Ex-Audi-Chef Stadler an

Jetzt ist es amtlich: Ex-Audi-Chef Rupert Stadler soll sich vor Gericht verantworten. Im Zusammenhang mit dem Dieselskandal wirft ihm die Staatsanwaltschaft unter anderem Betrug vor.

Ex-Audi-Chef Stadler
Sven Simon/ imago

Ex-Audi-Chef Stadler


Die Staatsanwaltschaft München II erhebt Anklage gegen den früheren Audi-Chef Rupert Stadler wegen des Dieselskandals. Ihm und drei weiteren Angeschuldigten werde "Betrug, mittelbare Falschbeurkundung sowie strafbare Werbung vorgeworfen", teilte die Behörde am Mittwoch mit. Ob es wirklich zu einem Prozess kommt, muss nun das Landgericht München II entscheiden.

Die Anklage war erwartet worden. Bereits im Juni 2018 hatte die Staatsanwaltschaft Stadler wegen Betrugsverdachts und Verdunkelungsgefahr in Ingolstadt verhaften lassen, er saß vier Monate im Gefängnis Augsburg-Gablingen. Ende Oktober kam Stadler zwar auf Kaution frei, das Oberlandesgericht verhängte jedoch zugleich eine Kontaktsperre zu anderen Beteiligten des Dieselskandals.

Die Staatsanwälte werfen dem 56-Jährigen vor, "spätestens ab Ende September 2015 von den Manipulationen Kenntnis gehabt und gleichwohl weiter den Absatz von betroffenen Fahrzeugen der Marken Audi und VW veranlasst bzw. den Absatz nicht verhindert zu haben".

Den drei anderen Angeschuldigten legen die Ermittler zur Last, Motoren für Fahrzeuge der Marken Audi, VW und Porsche entwickelt zu haben, deren Steuerung mit einer unzulässigen Softwarefunktion ausgestattet gewesen sei.

Die Anklage umfasst den Angaben zufolge 250.712 Fahrzeuge von Audi, 71.577 Fahrzeuge von VW und 112.131 Fahrzeuge von Porsche. "Die Fahrzeuge sind insbesondere auf dem US-amerikanischen und europäischen Markt veräußert worden", hieß es weiter.

Stadlers Nachfolger an der Audi-Spitze ist seit Anfang des Jahres Bram Schot.

dab/dpa/AFP

insgesamt 58 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Fkdu 31.07.2019
1. Das kommt dabei raus....
... wenn Ingenieure zu besseren BWLern verkommen.... Hierzu passt auch sehr gut ein etwas älterer Spiegel Artikel. Mehr muss man nicht mehr sagen... https://www.spiegel.de/karriere/bayern-fliesenleger-will-keine-ingenieure-von-audi-und-siemens-als-kunden-a-1247555.html PS: Der neue Audi Slogan: AUDI: Vorsprung durch bescheißen....
frankfurtbeat 31.07.2019
2. selbst ...
selbst wenn der tatsächlich verknackt werden sollte wird er wie Uli als Freigänger 1- max 3 Jahre auf der Pritsche schlafen um dann entspannt in die Gesllschaft welche er anscheinend arglistig getäuscht oder betrogen hat zurückzukehren. Schade das er keinen Arzt findet der ihm einen Prozess aus gesundheitlichen Gründen erspart ...
janne2109 31.07.2019
3. zieht sich
verstehe, dass die Sichtung der Akten Zeit benötigt, aber wenn hier schneller gearbeitet werden würde, schneller verurteilt würde sich die Autoindustrie auch etwas mehr beeilen für den betrogenen Kunden einen Ausgleich zu schaffen, hätte man dies von Anfang an getan würde sich der Kunde nicht veräppelt fühlen und Strafen hätten geringer ausfallen können
kenterziege 31.07.2019
4. Stadler ist arm dran..
Als Nicht-Techniker wird er vollkommen der Überblick verloren haben. Dann hat er sich, wie viele andere auch, versucht durch Lügen über Wasser zu halten. In seiner Ära gab es einen häufigen Wechsel in der Leitung der technischen Entwicklung. Unter Stadler hätte Audi seinen Vorsprung verspielt. Das wurde nur durch das China-Geschäft, das nicht auf seinem Mist gewachsen war, kaschiert. Die Frage ist doch, wer hat diesen Menschen auf den Posten gesetzt? War Büroleiter bei Piëch während dessen VW-Zeit die ausreichende Qualifikation? Stadler wurde doch von VW ferngesteuert. Vor dem Launch des jetzigen A4 musste der Technik-Vorstand aus Wolfsburg kommen, der mit Entsetzen den IT-Rückstand des A4 erkannte und die Präsentation um ein Jahr verschob. Ein permanenter Wechsel in der Technischen Entwicklung war an der Tagesordnung. Stadler hatte den Laden nicht im Griff und er wurde wohl auch von den Ingenieuren nicht ernst genommen. Das einzige , was er hatte, waren Gönner in der Porsche-Piëch-Familie. Der Mann ist erst gepuscht und nun tief gestürzt!
burlei 31.07.2019
5. Natürlich war das alles Stadler bekannt
Und ebenso natürlich wird er sich vor Gericht heraus reden können. Es waren garantiert andere, die die Hauptschuld an diesem Betrug, an dieser Petitesse tragen. Gegen Zahlung einer Geldbuße in Höhe von 30 Tagessätzen wird dann eben das Verfahren eingestellt, weil eine alleinige Schuld nicht feststellbar war.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.